Seit Freitag

Biblis B für Revision vom Netz genommen

Am Freitagabend ist der Block B des südhessischen Atomkraftwerks Biblis zu seiner 25. Revision heruntergefahren worden. Dabei werden rund 2000 Mitarbeiter von Spezialfirmen rund um Block B im Einsatz sein. Zudem sollen auch Nachrüstungen und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Biblis (ddp-hes/sm) - Der nun abgelaufene Betriebszyklus habe am 1. Dezember 2007 begonnen und ende nach 420 Tagen, teilte Kraftwerksbetreiber RWE mit. In dieser Zeit habe Biblis B etwa 12,3 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, die Verfügbarkeit des Reaktors habe bei 99,8 Prozent gelegen.

Die Kosten für die anstehende Revision bezifferte RWE auf rund 125 Millionen Euro. Mehr als 90 Millionen Euro davon investiert der Konzern nach eigenen Angaben in Nachrüstungen und Modernisierungsmaßnahmen wie etwa die Erneuerung von Rohrleitungen und elektrotechnischer Komponenten sowie die Überprüfung sicherheitstechnisch wichtiger und für die Stromerzeugung relevanter Komponenten. Ein Schwerpunkt der Revision sei zudem die Ultraschallprüfung des Reaktordruckbehälters und die eingehende Inspektion der Dampferzeuger. Dabei soll auch die bereits bekannte Leckage an einem Dampferzeuger beseitigt werden.

Die beiden Biblis-Blöcke A und B waren im Herbst 2006 vom Netz genommen worden. Grund waren falsch montierte Spezialdübel in der Anlage - ein Missstand, der erst bei einer Revision entdeckt worden war. In den vergangenen anderthalb Jahren wurden 15.000 Dübel saniert. Biblis B ging Anfang Dezember 2007 wieder in Betrieb, Biblis A Anfang Februar 2008. Die Blöcke wurden 1974 und 1976 in Betrieb genommen und gehören damit zu den ältesten noch genutzten Reaktoren in Deutschland. Atomkraftgegner kritisieren seit langem, dass Biblis gravierende Sicherheitsmängel aufweise. Dies gelte vor allem für Block A. RWE hält das Kraftwerk hingegen für sicher.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Ende-Mit-Kernenergie

    Energiewende fordert ihren Tribut: RWE und Eon kämpfen

    Die Energiewende ist fünf Jahre nach der Atomkatastrophe voll im Gange. Auf der einen Seite sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch und bringen neue Jobs. Auf der anderen Seite ist mit fossilen Kraftwerken kaum noch Geld zu machen – die großen Energiekonzerne leiden.

  • Stromtarife

    AKW Biblis produzierte 2008 so viel Strom wie nie

    Im Jahr 2008 hat das von RWE betriebene hessische Atomkraftwerk Biblis rund 20 Milliarden Kilowattstunden produziert und damit das beste Ergebnis seit der Inbetriebnahme verzeichnet. Die Jahresproduktion des Kraftwerkes entspreche rund der Hälfte des hessischen Stromverbrauchs.

  • Energieversorung

    Hessen-Grüne: Kein Bedarf für neuen Kraftwerksblock

    Hessens Grünen-Chef Tarek Al-Wazir hat den Bau des geplanten neuen Blocks des Kohlekraftwerks Staudinger bei Hanau erneut kritisiert. E.ON habe bei seiner Strombilanz die Potenziale erneuerbarer Energien in Hessen nicht berücksichtigt, wodurch der Kraftwerksblock zu einem Stromüberangebot führe.

  • Strompreise

    RWE übertrifft erwartungen: Umsatz und Ergebnis gesteigert

    RWE hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres von den hohen Strompreisen profitiert und mehr Geld verdient als erwartet. Das Betriebsergebnis erhöhte sich von Januar bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Zudem bekräftigte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr.

Top