Meldepflichtig

Biblis A: Störungen beim Wiederanfahren

Wie Biblis-Betreiber RWE gestern mitteilte, haben sich beim planmäßigen Anfahren nach Revision von Block A des hessischen Kernkraftwerks Biblis drei meldepflichte Vorkommnisse ereignet. Zwei Schnellabschaltungen und Defekte an elektrischen Bauteilen wurden nach den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N eingestuft.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Beim Wiederanfahren des Blockes A, der vom Hessischen Umweltministerium am Sonntagnachmittag freigegeben wurde, haben sich in den vergangenen Tagen drei meldepflichtige Vorkommnisse ereignet.

Am 16. Juni wurde bei einer Reaktorleistung von zehn Prozent eine Schnellabschaltung ausgelöst, da eine Überwachungsmessstelle einen zu niedrigen Wert für die Reaktorleistung signalisierte. Die betroffene Messstelle wurde neu eingestellt, teile Betreiber RWE mit. Während einer geplanten Prüfung der Schutzeinrichtungen für die Turbine am 17. Juni kam es dann zu einer Fehlfunktion an einer Regeleinrichtung des nicht nuklearen Wasser-Dampfkreislaufes. Dadurch kam es zu einer weiteren Schnellabschaltung bei 30 Prozent Reaktorleistung und zum kurzzeitigen Abblasen von nicht radioaktivem Wasserdampf über dem Maschinenhaus. Unabhängig von diesen beiden Reaktorschnellabschaltungen führten während der Anfahrvorbereitungen am 13. Juni Defekte an elektrischen Bauteilen zu Fehlsignalen an zwei Messstellen im Reaktorschutzsystem. Die defekten Bauteile wurden ausgetauscht.

Nach einer ersten Bewertung durch die Atomaufsichtsbehörde wurden die Vorkommnisse nach den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (=normal) eingestuft. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) wurden die Ereignisse der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine sicherheitstechnische Bedeutung) zugeordnet. Zur Reparatur eines Regelventiles im Maschinenhaus, d. h. im nicht nuklearen Teil der Anlage, ist der Anfahrvorgang derzeit unterbrochen.

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