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BGW: Regulierung muss praxisgerecht erfolgen

Für die zukünftige Entwicklung eines funktionierenden regulierten Erdgasmarktes müssen nach Ansicht des Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) die Effizienzforderungen der Anreizregulierung die Versorgungssicherheit gewährleisten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Es stehe ein wichtiger Schritt hin zu einem funktionierenden regulierten Erdgasmarkt an: Die Details des Netzzugangskonzepts und die Funktionsweise der Anreizregulierung werden in den kommenden Wochen und Monaten zwischen Bundesnetzagentur und der Erdgas-Branche entwickelt. Die Unternehmen und der BGW wollen sich mit ihrer Erfahrung im praktischen und wirtschaftlichen Netzbetrieb aktiv in die Entwicklung einbringen. So sieht der BGW eine zentrale Herausforderung in der Entwicklung eines praxistauglichen Netzzugangsmodells auf Entry-Exit-Basis. Die wünschenswerte Vereinfachung des Netzzugangs müsse dabei mit einem gleichbleibend hohen Standard der Versorgungsqualität einhergehen. Eine Anreizregulierung solle das wirtschaftliche Handeln der Unternehmen fördern und Anreize für zukünftige Investitionen setzen.

Vor diesem Hintergrund stellt der BGW vier zentrale Forderungen an ein Regulierungsmodell:
- Nach einer Einführungsphase müsse sich die Regulierung auf den vollen vorgesehenen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken, um den Versorgern Planungssicherheit für ihr wirtschaftliches Handeln zu gewähren.
- Neben der Regulierung der Netzentgelte bzw. der Erlöse aus Netzentgelten sollten keine weiteren Eingriffe in die unternehmerischen Entscheidungen der Unternehmen erfolgen, um die privatwirtschaftlichen Strukturen der Branche zu erhalten.
- Bereits bestehende Kapitalkosten müssten in der Netzentgeltfestsetzung angemessen berücksichtig werden.
- Unterschiedliche Strukturen der Versorgungsgebiete verursachten unterschiedliche Netzkosten.

BGW-Vorstand Dr. Ulrich Mössner: "Die deutsche Erdgasbranche steht vor entscheidenden Herausforderungen: Weltweit steigt die Rohstoffnachfrage mit deutlichen Auswirkungen auf die Preise auch in Deutschland. Gleichzeitig ändert sich unser heimisches Marktumfeld mit dem Start der Regulierung. Wir werden den intensiven Meinungsaustausch mit den Regulierungsbehörden weiter konstruktiv vorantreiben, um den regulierten Netzzugang in Deutschland praxisgerecht mit auf den Weg zu bringen."

Währendessen hat der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hat deutschen Gasversorger zur Zusammenarbeit bei der Ausgestaltung des neuen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgefordert. "Wenn wir qualifizierte Entgeltentscheidungen treffen sollen, dann brauchen wir ein Minimum an Daten", sagte er in Berlin auf einer Tagung des BGW im Hinblick auf künftigen Entscheidungen über Netzentgelte.

Kurth kritisierte die Undurchsichtigkeit bei den Durchleitungsgebühren bei Gas, die einen erheblichen Teil der Endkosten für den Verbraucher ausmachen. "Ich würde gerne den deutschen Kunden sagen, so setzt sich das zusammen", betonte der Chefregulierer. Daher appellierte er an die Versorger, frühzeitig entsprechende Daten einzureichen.

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