Bei Bundesnetzagentur

BGW bricht Gas-Gespräche ab / Essent fordert Wiederaufnahme

"Die Öffnung der Gasmärkte wird kommen. Daran ändern auch Spielchen wie in den Monopolzeiten nichts." So kommentierte Paul van Son, Geschäftsführer der Deutschen Essent, den einseitigen Abbruch der Konsensgespräche bei der Bundesnetzagentur durch den Bundesverband Gas und Wasser (BGW).

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Van Son forderte die Vertreter der traditionellen Gaswirtschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Gespräche mit der Bundesnetzagentur über einen angemessenen und diskriminierungsfreien Zugang zum deutschen Gasnetz müssten unverzüglich wieder aufgenommen werden.

Van Son sieht im Abbruch der Gespräche ein Zeichen der Schwäche. Der BGW hoffe offensichtlich, durch eine "Politik des leeren Stuhls" die von der EU beschlossene Entwicklung hin zu freien Gasmärkten aufzuhalten. "Das erinnert an das Verhalten der Sowjetunion in der UN. Wie erfolgreich deren Politik langfristig war, haben wir gesehen", erklärte van Son.

"Wir wollen nichts geschenkt haben, aber wir brauchen einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Netzen. Sonst kann der Verbraucher nicht von der Öffnung des Gasmarktes profitieren", machte der Manager deutlich. Gleichzeitig würden Investitionen in Milliardenhöhe blockiert, weil Newcomer nicht wirtschaftlich anbieten könnten. "Monopole und Quasi-Monopole sind nicht dazu geeignet, Versorgungssicherheit und nachvollziehbare Preise zu garantieren."

Er bedauerte den Abbruch inbesondere auch deshalb, weil sie zuvor auf "einem guten Weg" gewesen seien. "Die Newcomer, Stadtwerke und anderen haben keine unerfüllbaren Forderungen gestellt. Der BGW hat in dem Abbruch der Gespräche wohl nur das letzte Mittel gesehen, überholte Positionen zu verteidigen. Wer gute Argumente hat, kann sich ja der Diskussion stellen", bemerkte van Son abschließend.

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