Versorgungssicherheit und Qualität der Netze

BGW-Bericht: 17,5 Millionen Haushalte heizen mit Erdgas

Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft hat heute aktuelle Branchenzahlen vorgelegt. 2003 stieg der Erdgasabsatz um 3,6 Prozent, 75 Prozent aller zum Bau genehmigten Wohnungen haben eine Erdgasheizung. Thema war auch die vorgesehene Regulierung.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) 17,5 Millionen Haushalte - so viele wie noch nie - heizen mit Erdgas. Die Investitionen der Wasserwirtschaft betragen über acht Milliarden Euro jährlich. Dies hob der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) heute auf seiner Jahrespressekonferenz hervor.

Positiver Trend bei Erdgas setzt sich fort

Zu den Absatzentwicklungen beim Erdgas nannte der seit April amtierende BGW-Präsident Uwe Steckert folgende Zahlen: 2003 hat sich der positive Trend für Erdgas fortgesetzt. Der Absatz ist um 3,6 Prozent gestiegen, 75 Prozent aller zum Bau genehmigten Wohnungen haben eine Erdgasheizung. Damit sei Erdgas bei den Haushalten ganz klar die Nummer eins. Auch beim industriellen Endenergieverbrauch konnte Erdgas seinen Anteil auf 32 Prozent steigern. Dabei stammen 18 Prozent des Erdgasaufkommens aus einheimischen Förderquellen, Russland lieferte 32 Prozent, Norwegen 26 Prozent, die Niederlande 17 Prozent sowie Großbritannien und Dänemark sieben Prozent.

Hohe Investitionen in Wasserbranche

"Für das Wasser und Abwasser setzt die Branche weiterhin auf Versorgungssicherheit und Qualität der Netze. Dafür investiert sie jährlich rund 2,5 Milliarden Euro beim Wasser und rund sechs Milliarden Euro beim Abwasser", betonte der ebenfalls neu gewählte BGW-Vizepräsident Peter Rebohle. Damit gehöre die Wasserwirtschaft zu den investitionsstärksten Branchen überhaupt. Der aktuelle Wasserpreis liege im Durchschnitt bei 1,77 Euro pro Kubikmeter. Die Abwassergebühren (Trinkwassermaßstab) betragen etwa 2,28 Euro pro Kubikmeter.

So wenig Regulierung wie möglich

Für die kommende Regulierung des deutschen Gasmarktes vertritt der BGW nach wie vor die Maxime, so wenig Regulierung wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig. Dass sich die Regulierung des deutschen Gasmarktes nach dem vorliegenden Gesetzentwurf zur Novellierung des Energiewirtschaftsrechts auf den Netzzugang beschränken soll, beim Handel hingegen die Marktöffnung bei Anwendung des Kartellrechts dem Wettbewerb überlassen bleibt, begrüßte BGW-Präsident Steckert. Positiv bewertete er auch die Entscheidung für eine ex-ante Methodenregulierung der Entgelte.

Entgeltfindung durch Vergleichsmarktprinzip

Darüber hinaus sei es notwendig, bei der Bemessung der Durchleitungsentgelte für die Verteilnetze das Prinzip der Nettosubstanzerhaltung als wesentliches Element bereits im Gesetz festzuschreiben. Bei der Importstufe sollte für die Entgeltfindung das Vergleichsmarktprinzip gelten, um dem bestehenden und potentiellen Leitungswettbewerb Rechnung zu tragen.

Unbundling benachteiligt Unternehmen

Kritisch äußerte sich Steckert zu den bislang im Gesetzentwurf vorgesehenen Passagen zum Unbundling: "Um finanzielle Belastungen der Unternehmen zu vermeiden, muss auch die steuerliche Seite des Unbundling angemessen umgesetzt werden. Erforderlich ist eine gesetzliche Regelung, die eindeutig festlegt, dass das rechtliche Unbundling steuerlich neutral erfolgt." Auch müssten den Unternehmen Gestaltungsspielräume eingeräumt werden. Dies gelte vor allem für die Netzsteuerung. Zudem sei eine angemessene Umsetzungsfrist ab Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes unabdingbar, da mit dem Unbundling und den Regulierungsanforderungen erheblicher organisatorischer Aufwand auf die deutsche Gaswirtschaft zukomme.

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