Wendepunkt

BGR-Chef Wellmer: Nie mehr billiges Öl

Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Friedrich-Wilhelm Wellmer, erwartet, dass das Fördermaximum von Erdöl zwischen 2015 und 2020 erreicht sein wird. Aus diesem Grund sollten sich Verbraucher und Politiker auf dauerhaft teures Öl einstellen, sagte er der Zeitung "Die Zeit".

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die weltweite Ölproduktion werde sich schon bald nicht mehr steigern lassen, sagt der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Friedrich-Wilhelm Wellmer, in der Wochenzeitung "Die Zeit" (aktuelle Ausgabe).

"Wir nähern uns unerbittlich dem Fördermaximum", mahnte Wellmer. Bei konventionellem Erdöl werde das Fördermaximum zwischen 2015 und 2020 erreicht. Dies sei "ein historischer Wendepunkt", der "im Grunde unmittelbar bevorstehe."

Im Vergleich zu den Preissteigerungen von Kupfer, Eisenerz und Kohle bezeichnet Wellmer die jüngsten Ölpreissteigerungen zwar als "moderat", doch sollten sich Verbraucher und Politiker auf dauerhaft teures Öl einstellen. "Die Zeit des billigen Öls ist vorbei", erklärte Wellmer. Zwar sei er zuversichtlich, dass die Verbraucher von "wirklich fürchterlichen Preisausschlägen" verschont blieben, aber "unmöglich" sei ein Ölpreis von 80 oder 100 Dollar pro Fass nicht.

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