Glaubwürdigkeitsverlust durch Asse

BfS will neues Verfahren für Endlagersuche

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) drängt auf ein neues Verfahren zur Suche nach einem atomaren Endlager in Deutschland. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte BfS-Präsident Wolfram König, die Vorkommnisse in Asse hätten zu einem "erheblichen Glaubwürdigkeitsverlust" geführt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - önig sagte, jeder Diskussionsbeitrag in der Endlagerfrage werde leider daran gemessen, ob man für oder gegen Gorleben sei. "Aus dieser Falle müssen wir heraus." Im Gegensatz zu Deutschland hätten viele andere Staaten wie Frankreich und die Schweiz ein Standort-Auswahlverfahren mit intensiver Beteiligung der Bevölkerung, Transparenz und Offenheit auf den Weg gebracht.

Zugleich warnte König davor, sich allein auf Gorleben als mögliches atomares Endlager zu stützen. Schon aus Rechtsgründen sei es notwendig, einen Standortvergleich vorzunehmen.

Die Debatten über Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken blockierten die Endlagerfrage, sagte König. Nur eine Laufzeitbegrenzung biete jedoch Planungssicherheit.

Der BfS-Präsident bedauerte, dass der Atomkonsens zwischen Energiewirtschaft und Bundesregierung "von interessierter Seite" infrage gestellt werde. Das sei ein Grund, warum das Vertrauen der Bevölkerung in die Zusagen der Akteure nicht größer geworden sei. Aus technischer Sicht könne man "bis 2035 mit einem fertigen Endlager warten". König: "Danach muss eine Lösung vorliegen."

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