Zusammenarbeit mit Untersuchungsausschuss

BfS sichert Offenlegung von Asse-Unterlagen zu

Zur Aufklärung der Pannen im Atommülllager Asse will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eng mit dem Asse-Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags kooperieren. "Selbstverständlich stehen wir, soweit wir es können, mit Informationen zur Verfügung", sagte BfS-Präsident Wolfram König der Zeitung "Weser-Kurier".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bremen (ddp/red) - "Es ist unser Selbstverständnis, dass wir offen und transparent mit Erkenntnissen und den uns vorliegenden Unterlagen umgehen", fügte er hinzu. König widersprach damit Befürchtungen von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP), Bundesbehörden könnten bei der Herausgabe von Akten mauern.

Ein großes Problem sei allerdings, dass sich viele Unterlagen in einem Zustand befänden, der eine vernünftige Ermittlung sehr schwierig mache, sagte König. "Die Asse ist nicht als Endlager, sondern über Jahrzehnte offiziell als Forschungsbergwerk betrieben worden. Das heißt, die Unterlagen, die wir bislang gesichtet haben, entsprechen in großen Teilen nicht den Anforderungen an eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation", sagte der BfS-Chef. "Das alles ist sehr mühselig aufzuarbeiten."

BfS erwartet weitere Überraschungen in der Asse

Den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, den der Landtag am Dienstag einsetzen will, sieht der BfS-Präsident als hilfreich an: "Ich schließe nicht aus, dass der Untersuchungsausschuss ganz andere Zugänge zu Unterlagen bei den Behörden des Landes hat und dort noch ergänzende Informationen, die uns für Betrieb und Schließung interessieren, entdeckt werden." Seine Behörde könne noch nicht abschließend beurteilen, was sich noch alles in der Asse befinde. "Wir sind vor weiteren Überraschungen nicht gefeit", räumte König ein.

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