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BfS räumt Ausbau Gorlebens zum Endlager indirekt ein (Upd.)

Der Salzstock in Gorleben soll einem Medienbericht zufolge bereits seit Mitte der 80er Jahre illegal zu einem Atom-Endlager ausgebaut worden sein. Der Betreiber des Salzstocks, das Bundesamt für Strahlenschutz, hat den Bericht inzwischen indirekt bestätigt.

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Gorleben/Berlin (ddp/red) - Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat Ausbaumaßnahmen im Salzstock Gorleben mit dem Ziel der Einrichtung eines späteren Atommüllendlagers indirekt eingeräumt. Die in Gorleben bislang angefallenen Kosten seien höher, als es allein für eine Erkundung im Rahmen eines Standortauswahlverfahrens notwendig gewesen wäre, sagte ein BfS-Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur ddp. Offiziell wird der Salzstock im Kreis Lüchow-Dannenberg lediglich auf seine mögliche Eignung als Endlager untersucht.

Der BfS-Sprecher reagierte auf einen Bericht der "Frankfurter Rundschau". Das Blatt hatte aus einer "internen Bewertung" der Behörde zitiert, nach der Gorleben bereits seit Mitte der 80er Jahre illegal zu einem Endlager ausgebaut worden sei. In dem Papier heiße es, die "bisherigen Erkundungskosten" hätten außerordentlich hoch gelegen, "was jedoch darin begründet liegt, dass hier parallel zur Erkundung bereits der Ausbau zum Endlager begonnen wurde".

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