Akzeptanz gesenkt

BfS-Präsident: Debatte um AKW-Laufzeiten erschwert Endlagersuche

Die Debatte über längere AKW-Laufzeiten wird nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, zu einem "Bumerang" für das Problem der Atommüllentsorgung. Die Laufzeitdebatte senke die Akzeptanz für mögliche Endlagerstandorte und mache die Suche "erheblich schwieriger", warnte König in der "Frankfurter Rundschau".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - "Jeder, der den Atomkonsens aufkündigen will, muss wissen, dass sich dann auch Sicherheitsfragen anders stellen oder die Frage der Milliardenrückstellungen für die Entsorgung, mit denen die Betreiber bislang frei wirtschaften durften, neu aufgeworfen wird". Durch die Laufzeitdebatte werde die Endlagerfrage "ins Zentrum der Auseinandersetzung rücken".

Der BfS-Präsident warnte vor einer Beschränkung der Endlagersuche allein auf den Standort Gorleben, wie es die Energieunternehmehn fordern. Auch wenn ab sofort nur auf Gorleben setzen würde, wisse man frühesten in 15 Jahren, ob der dortige Salzstock für ein Endlager geeignet ist, sagte König. "Kippt ein Gericht dann die Genehmigung wegen Verfahrensfehler, zum Beisppiel wegen eines fehlenden Standortvergleichs, stehen wir in vielen Jahren ganz ohne Endlager da."

König mahnte, ein Endlager für hochradioaktiven Abfall in Deutschland könne es nur "in einem Konsens zwischen allen Akteuren geben, der auch über mehrere Legislaturperioden hält. Sonst ist die Gefahr groß, dass wir am Ende den billigsten und problematischten Entsorgungsweg bekommen: die Endlagerung im Ausland."

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