Gesundheitserhebung

BfS: Nähere Infos zu Asse-Gesundheitsmonitoring

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am Dienstag Einzelheiten zur geplanten Gesundheitserhebung bei den Asse-Mitarbeitern bekanntgegeben. Dabei sollen derzeitige und ehemalige Beschäftigte befragt werden. Derzeit arbeiten rund 250 Personen in dem Bergwerk.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Wolfenbüttel (ddp/sm) - Im Rahmen des sogenannten Gesundheitsmonitorings würden alle ehemaligen und derzeitigen Beschäftigten registriert, ihre berufliche Strahlenbelastung erfasst und alle gemeldeten Erkrankungen aufgezeichnet, teilte der Betreiber des Atommülllagers mit. Auslöser für die Initiative waren Medienberichte über Krebsfälle bei früheren Beschäftigten des Bergwerks.

Um die Arbeits- und Strahlenbelastung der einzelnen Kollegen erfassen zu können, sichte das BfS derzeit die zugänglichen Aufzeichnungen des betrieblichen Arbeits- und Strahlenschutzes der Asse und wolle zudem derzeitige und ehemalige Beschäftigte befragen.

Da möglicherweise strahlenbedingt Erkrankungen wie Leukämie oder Krebs erst Jahre später auftreten könnten, müsse das Gesundheitsmonitoring langfristig angelegt sein, erklärte das BfS. Ein erstes Konzept für das Vorhaben solle bis Ende März 2009 vorliegen. Die dabei erhobenen Daten würden den Betroffenen "in geeigneter Weise zugänglich gemacht", hieß es.

Die Untersuchungen dienten auch der Verbesserung des Arbeits- und Strahlenschutzes in der Asse. Anerkennungsverfahren bei der Berufsgenossenschaft und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen könne das Monitoring jedoch nicht ersetzen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führt wegen der Krebserkrankungen ehemaliger Asse-Mitarbeiter Vorermittlungen gegen den früheren Betreiber Helmholtz Zentrum München.

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