Gutachten

BfS: Keine Freisetzung von Radioaktivität in der Asse

Im Fall der beschädigten Einlagerungskammer 4 im Atommülllager Asse hat der Betreiber am Mittwoch vorerst Entwarnung gegeben. Bei einem Einsturz der Decke und einer Beschädigung der dort liegenden Atommüllfässer würde keine Radioaktivität freigesetzt, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mit.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Wolfenbüttel (ddp/sm) - Der bereits bestehende Verschluss der Kammer könne dem dann erhöhten Luftdruck standhalten. Die Behörde berief sich auf ein von ihr in Auftrag gegebenes gebirgsmechanisches Gutachten.

Aus Vorsorgegründen will das BfS dennoch eine zusätzliche Sicherung einbauen und den Verschluss der Kammer 4 mit einem weiteren Betonpfropfen verstärken. Ob längerfristige Prozesse an anderen Stellen der Kammer zu einem allmählichen Austritt von Radionukliden führen können, werde derzeit noch in einem radiologischen Gutachten geprüft. Ergebnisse erwarte das Bundesamt im Verlauf des Februar.

Messungen des vorherigen Asse-Betreibers hatten Ende 2008 ergeben, dass sich in der Einlagerungskammer 4 auf der 750-Meter-Sohle Teile der Decke lösen und auf die in der Kammer lagernden schwachradioaktiven Abfälle stürzen könnten.

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