Dementi

BfS: Keine Beteiligung an neuer Anlage in Gorleben

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist als Betreiber des Gorlebener Endlagerbergwerks nach eigenen Angaben nicht an der Anlieferung einer Anlage zur Einlagerung von Atommüll in Bohrlöcher beteiligt gewesen. Die Maschine steht seit rund zwei Wochen auf einem Zwischenlagergelände in Gorleben.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben (ddp/red) - Bei der Maschine handele es sich nicht um ein Gerät des BfS, sagte Behördensprecherin Anja Schulte-Lutz am Mittwoch der Nachrichtenagentur ddp. Das Gerät stehe auch nicht auf dem Gorlebener Gelände des BfS, sondern sei auf das Zwischenlagergelände der Energieversorger gebracht worden.

Die Anlage war vor zwei Wochen nach Gorleben gebracht worden. Atomkraftgegner sehen darin einen Hinweis, dass dort künftig Atommüll direkt ohne schützende Behälter in Bohrlöcher eingelagert werden könnte. Mit der Maschine hatte die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern (DBE), die im Auftrag des BfS den Gorlebener Salzstock erkundet, in den vergangenen anderthalb Jahren in einem Versuchsstand in Landesbergen bei Nienburg diese Variante der Endlagerung geprobt.

Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg hatte zur Anlieferung der Anlage erklärt, die DBE setze "mit Wissen und wahrscheinlich sogar mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesamt für Strahlenschutz auf die behälterlose Einlagerung hochradioaktiver Abfälle in Gorleben."

Bei der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle setzten Regierung und Atomwirtschaft bislang auf ein Modell, welches das Umpacken des Mülls von Castor- in sogenannte Pollux-Behälter vorsah. Diese Behälter sollten in unterirdische Einlagerungskammern gebracht werden. In jüngster Zeit wird von der Industrie die kostengünstigere und platzsparendere Variante einer behälterlosen Einlagerung der Abfälle in Bohrlöcher favorisiert. Umweltschützer befürchten Sicherheitsdefizite, wenn die zusätzliche Abschirmung durch einen Behälter entfällt.

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