Betreiberwechsel vollzogen

BfS hat Atommülllager Asse übernommen

Nach der Übernahme der Verantwortung für das Atommülllager Asse zum 1. Januar hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein anderes Betreiberkonzept angekündigt. "Wir haben ein völlig anderes Regime jetzt", sagte BfS-Präsident Wolfram König am Freitag im Deutschlandfunk.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Köln (ddp/sm) - Wichtig sei, dass die Asse künftig behandelt werde wie die anderen Atommülllager auch. Im Vordergrund stehe nun die Langzeitsicherheit, die dauerhafte Abschirmung der radioaktiven Stoffe von der Umwelt. "Und nicht im Vordergrund steht mehr, wie früher im Bergwerk vorgesehen, die Sicherheit des Betriebs und der Schließung eines Bergwerkes", fügte König hinzu.

Um die Asse kümmere sich jetzt eigenes Personal des Bundesamts, das "Erfahrung mit derartigen Endlagern hat, zum Beispiel mit dem Endlager aus der DDR-Zeit in Morsleben", sagte König. Der Strahlenschutz werde verbessert. Das BfS verfüge über Experten, die sich mit solchen Salzstrukturen gut auskennen.

Kurzfristige Stabilisierungsmaßnahmen prüfen

König betonte, "wir haben ein Bergwerk, was einzustürzen droht, ein Bergwerk, in das täglich 12.000 Liter Wasser eindringt und damit die Stabilität weiter entfestigt". Zunächst solle deshalb geprüft werden, ob kurzfristig Stabilisierungsmaßnahmen möglich sind. "Dafür gibt es inzwischen auch ein Konzept, das noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll", sagte König.

Wichtig sei, den Laugenzutritt in das Atommülllager zu stoppen, sagte König. Das sei entscheidend, um Zeit zu haben, Konzepte zu prüfen bis hin zum Rückholen der Abfälle. "Die Asse ist kein Endlager, welches unter den heutigen Gesichtspunkten in irgendeiner Weise genehmigungsfähig wäre", sagte der BfS-Präsident. Eine Rückholung der Fässer sei technisch möglich. Entsprechende Untersuchungen lägen inzwischen vor.

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