Nicht stark belastet

BfS hält Abtransport der Asse-Laugen für ungefährlich

Bei der Entsorgung der in das Atommülllager Asse einsickernden Laugen besteht nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) keine Gefahr für Mensch und Umwelt. "Diese Zutrittswässer kommen nicht in Kontakt mit dem schwach- und mittelradioktiven Atommüll", sagte BfS-Präsident Wolfram König.

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Wolfenbüttel (ddp-nrd/sm) - Täglich fließen laut König rund zwölf Kubikmeter Laugen aus Rissen im umgebenden Gebirge in das Bergwerk Asse. Die Zutrittswässer seien nur leicht mit radioaktivem Tritium aus der Grubenluft belastet. Ziel sei es, die radiologische Belastung unter dem Grenzwert für Tritium im Trinkwasser von 100 Bequerel pro Liter zu halten. "Realistisch können durch ein vernünftiges Management unter Tage 40 Bequerel erreicht werden", sagte der BfS-Präsident.

Weil die Speicher auf dem Betriebsgelände Mitte Januar voll seien, würden die Laugen kurzfristig in den Schacht Mariaglück bei Celle transportiert, kündigte König an. Dort lägen alle rechtlichen Voraussetzungen für eine Einlagerung vor. "Die Freigabewerte werden extrem unterschritten", versicherte er. "Gesundheitliche Gefahren von diesen Zutrittswässern können ausgeschlossen werden."

Bürgerinitiative darf eigene Messungen durchführen

Angesichts der unzureichenden Informationspolitik des ehemaligen Betreibers könne er jedoch verstehen, dass die Bürger vor Ort besorgt seien, sagte König weiter. Er habe der örtlichen Bürgerinitiative deshalb "angeboten, auf unsere Kosten eigene Kontroll-Messungen durchzuführen".

Zu dem sogenannten Laugensumpf vor einer der Einlagerungskammern in der Asse sagte König, dieser Sumpf bestehe aus etwa 20 Kubikmeter Flüssigkeit und sei mit Cäsium 137 und Tritium belastet. Die Grenzwerte seien weit überschritten, die Belastung rühre von den eingelagerten Abfällen her. Anders als die Zutrittswässer bleibe diese Flüssigkeit im Bergwerk. Sie werde dort in geschlossenen Behältern aufbewahrt.

Vordingliche Aufgabe sei die Stabilisierung der Asse, betonte König. Er kündigte an, die sogenannten Firstspalten in den Einlagerungskammern mit Beton auszufüllen, um die Einsturzgefahr zu verringern. Dadurch gewinne man Zeit, um verschiedene Optionen für die Schließung zu prüfen. "Dazu gehört auch eine Prüfung, ob und gegebenenfalls welche Abfälle rückholbar sind", sagte König.

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