Aufbewahrung

BfS genehmigt erstes Interimslager

Am Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar können jetzt erstmals abgebrannte Brennstäbe vorübergehend aufbewahrt werden, so dass Transporte in zentrale Zwischenlager entfallen. Die enstprechende Genehmigung wurde heute vom Bundesamt für Strahlenschutz erteilt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat heute erstmals die vorübergehende Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente auf dem Gelände eines deutschen Atomkraftwerks genehmigt. Das so genannte Interimslager befindet sich am Standort des Gemeinschaftskernkraftwerks Neckar (GKN GmbH) im Landkreis Ludwigsburg. "Durch das Interimslager am Standort werden Transporte von Neckarwestheim insbesondere in zentrale Zwischenlager entbehrlich", erläuterte BfS-Präsident Wolfram König.


Nun dürfen in maximal 24 Transport- und Lagerbehältern der Bauart Castor bestrahlte Brennelemente (mit insgesamt bis zu 250 Tonnen Schwermetall, 1,5 mal 1019 Bequerel Aktivität und 0,60 Megawatt Wärmefreisetzung) aus den beiden Kraftwerksblöcken aufbewahrt werden. Jeder einzelne Behälter erhält zur systematischen Überwachung der Dichtigkeit einen Druckschalter und zur zusätzlichen Abschirmung von Strahlung eine eigene, 30 Zentimeter starke Umschließung aus Stahlbeton. Das BfS hat die sofortige Vollziehbarkeit der Genehmigung angeordnet und sie auf fünf Jahre befristet, da wegen des parallel laufenden Verfahrens zum Standortzwischenlager keine Notwendigkeit für längere Laufzeiten besteht. Die GKN GmbH hatte eine Laufzeit von acht Jahren beantragt. Derzeit verfügt die GKN über eine baurechtliche Genehmigung für 12 Stellplätze, die bereits eingerichtet sind. Die öffentliche Auslegung der Unterlagen für das Zwischenlager-Verfahren soll Anfang Juni beginnen. Der Erörterungstermin ist für Ende September vorgesehen. Eine Ausfertigung des Genehmigungsbescheids wird im Bürgerhaus in Gemmrigheim und beim BfS in Salzgitter zur Einsicht ausgelegt werden. Gegen die Genehmigung können Einwender innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Klage einreichen.


Weitere Interimslager sind von den Betreibern der Atomkraftwerke in Philippsburg, Krümmel, Brunsbüttel und Biblis beantragt.

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