Sicherheit an erster Stelle

BfS genehmigt alle Standort-Zwischenlager

In den zwölf Genehmigungsverfahren für die standortnahen Zwischenlager hat das BfS darauf hingewirkt, die ursprünglich sehr langfristig beantragten Laufzeiten zu begrenzen. Heute wurden den Betreibern der Atomkraftwerke Gundremmingen, Philippsburg und Krümmel Zwischenlagern am jeweiligen Kraftwerksstandort genehmigt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat heute den Betreibern der Atomkraftwerke Gundremmingen, Philippsburg und Krümmel die Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente für maximal 40 Jahre in Zwischenlagern am jeweiligen Kraftwerksstandort genehmigt.

BfS-Präsident Wolfram König: "Damit verfügen alle Atomkraftwerke über Genehmigungen für die Zwischenlagerung ihrer abgebrannten Brennelemente am Standort. In den Verfahren stand für mich die Sicherheit an erster Stelle. Mit der Zwischenlagerung entfallen die umstrittenen innerdeutschen Castor-Transporte nach Gorleben und Ahaus. Und mit der Begrenzung des genehmigten Zeitraums hat das BfS eine Voraussetzung dafür geschaffen, dass aus den Zwischenlagern keine faktischen Endlager werden."

Mit der Zwischenlagerung würden innerdeutsche Transporte überflüssig, erläutert König weiter. Transporte zur Wiederaufarbeitung im französischen La Hague und britischen Sellafield sind nur noch bis zum 30. Juni 2005 zulässig. In den Interimslagern in Neckarwestheim, Philippsburg und Biblis sowie im Zwischenlager in Lingen werden bereits jetzt Behälter eingelagert. In den zwölf Genehmigungsverfahren für die standortnahen Zwischenlager hat das BfS darauf hingewirkt, die ursprünglich sehr langfristig beantragten Laufzeiten zu begrenzen. Dies und die Tatsache, dass Endlager nur in großer Tiefe genehmigungsfähig sind, schließt laut BfS aus, dass die Zwischenlager schleichend zu Endlagern umfunktioniert werden. Die Bundesregierung will bis 2030 ein Endlager für radioaktive Abfälle verwirklicht haben.

Die ursprünglich überhöht beantragten Lagermengen an radioaktiven Material konnte das BfS mit seinen Genehmigungen dem tatsächlichen Bedarf annähern. Zum Beispiel waren für das Zwischenlager Gundremmingen zunächst 2500 Tonnen Schwermetall beantragt worden - in der jetzt erteilten Genehmigung hat das BfS nur die Aufbewahrung von 1850 Tonnen zugelassen. Auch die zulässige Wärmeleistung aller drei jetzt genehmigten Zwischenlager beschränkte das BfS.

Neuland betrat das BfS im europäischen Umweltrecht: Erstmals fanden grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) für Atomanlagen in Deutschland statt. Sie untersuchten die möglichen Auswirkungen der geplanten süddeutschen Zwischenlager auf das österreichische Bundesgebiet. An der BfS-Vorgehens-weise bei der Durchführung der UVPs werden künftig wohl auch grenzüberschreitende UVPs für Zwischenlagerprojekte in Tschechien (Temelin) und der Schweiz (Gösgen) gemessen.

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