Atomkraftgegner einbeziehen

BfS fordert sachliche Diskussion über Atom-Endlager

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, fordert eine transparente und sachliche Debatte über die Endlagerung radioaktiver Abfälle. In diese Diskussion sollten auch Atomkraftgegner einbezogen werden, sagte König gestern anlässlich eines Hearings des Bundesumweltministeriums zur Endlagerfrage.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Gorleben (ddp/sm) - In der Vergangenheit habe es der Endlagerdiskussion häufig an Offenheit gefehlt, sagte König. "Man hat sich - in verschlossenen Räumen häufig - auf Kriterien verständigt oder auf eine Vorgehensweise, man hat einen Standort ausgewählt", fügte er hinzu.

Nun müsse es darum gehen, "das Verfahren vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen". Am Anfang müsse die Entwicklung von Sicherheitsanforderungen stehen, erst danach könne es ein Standortsuchverfahren geben.

König verwies darauf, dass es weltweit bisher kein Endlager für hoch radioaktive Abfälle aus Leistungsreaktoren gebe: "Deswegen sind wir jetzt umso mehr gefordert, den gesamten Sachverstand zu bündeln, um eine nationale Entsorgungslösung auch für die hoch radioaktiven Abfälle zu realisieren." Als einziger möglicher Standort für ein solches Endlager ist bislang nur Gorleben in Niedersachsen benannt worden.

Das BfS betreibt das frühere DDR-Endlager in Morsleben, baut das ehemalige Erzbergwerk Schacht Konrad zum Endlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll aus und soll zum 1. Januar 2009 auch die Regie im Atommülllager Asse übernehmen.

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