In Norddeutschland

Bewohner im Umkreis von Kernkraftwerken erhalten Jodtabletten

Die Menschen, die im Zehn-Kilometer-Radius um die Kernkraftwerke in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wohnen, bekommen ab Anfang Juni Jodtabletten von den Kraftwerksbetreibern. Sie sollen im Falle eines Atomunfalls verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel (ddp-nrd/sm) - Die Menschen in der Nähe der norddeutschen Kernkraftwerke sollen besser vor den Folgen eines möglichen nuklearen Unfalls geschützt werden. Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich darauf verständigt, dass an die Haushalte im Umkreis von zehn Kilometern um die Anlagen Kaliumiodidtabletten verteilt werden, wie das Innenministerium am Dienstag in Kiel mitteilte. Die Jodtabletten sollen verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt, das bei einem kerntechnischen Unfall freigesetzt werden kann.

Allein im Zehn-Kilometer-Radius um die Kernkraftwerke Brunsbüttel, Brockdorf und Krümmel in Schleswig-Holstein leben nach Ministeriumsangaben knapp 130 000 Menschen. Die Verteilung der Jodtabletten soll in allen drei Bundesländern zwischen dem 20. Juni und dem 1. Juli erfolgen.

Die betreffenden Haushalte erhalten Anfang Juni zusammen mit ihrer Stromrechnung ausführliche Informationen und einen Abholschein. Gegen dessen Vorlage gibt es die Jodtabletten in der örtlichen Apotheke. Jeder Haushalt bekommt 20 Jodtabletten, die bei trockener Lagerung unbegrenzt haltbar sind. Die Kosten tragen die Kraftwerksbetreiber.

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