Bilanz

Bewag zahlt stabilie Dividende

"Die Bewag steht auf einer sehr soliden wirtschaftlichen Basis." Mit diesem Worten charakterisierte Bewag-Vorstandssprecher Cramer bei der Vorstellung der Jahresbilanz sein Unternehmen. Vor allem das Stromgeschäft hätte sich solide entwickelt, die Stromerlöse sind auf 2,5 Milliarden Euro deutlich angestiegen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Berliner Energieversorger Bewag hat kürzlich seinen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr (01.07.2001 bis 30.06.2002) vorgestellt. Nach Auskünften von Vorstandssprecher Hans-Jürgen Cramer hat sich vor allem das Stromgeschäft solide entwickelt. Trotz Kundenverlusten im Heimatmarkt Berlin stiegen die Stromerlöse insgesamt deutlich an und lagen mit fast 2,5 Milliarden Euro um knapp 60 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Stromabsatz: 44 Gigawattstunden

Die Umsätze im Stromvertrieb bewegen sich mit 1,3 Milliarden Euro um fast zehn Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Auch das Stromhandelsgeschäft der Bewag hätte sich zufriedenstellend entwickelt. Das in Deutschland bilateral und über Börsen gehandelte Stromvolumen ist seit der Liberalisierung deutlich gewachsen. Dies wirkte sich auch im Stromhandel der Bewag aus. Der Stromabsatz im Eigengeschäft betrug fast 44 Gigawattstunden. Die entsprechenden Erlöse lagen bei 1.086 Millionen Euro. Der externe Umsatz des Centers Netze lag bei 112 Millionen Euro, nach 82 Millionen Euro im Vorjahr. Dieser Anstieg sei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass überregionale Stromlieferanten für die Versorgung ihrer Kunden in Berlin entsprechende Netzdienstleistungen der Bewag in Anspruch nehmen.

Umsätze in Kernbereichen stiegen

Zufrieden äußerte sich der Sprecher des Vorstandes mit der Entwicklung der Erträge, die mit insgesamt knapp 3,3 Milliarden Euro rund 37 Prozent über dem Vorjahr lagen: "In beiden Kerngeschäftsbereichen - Strom und Wärme - stiegen die Umsätze. Trotz milder Witterung konnte auch der Erlös im Wärmegeschäft leicht um drei Prozent auf insgesamt 428 Millionen Euro gesteigert werden." Die gesamten Aufwendungen lagen mit rund 3,1 Milliarden Euro um 887 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres. Eine wesentliche Ursache hierfür ist die Beschaffung von Strom für den Handel, die sich in dem deutlich höheren Materialaufwand von 1,8 Milliarden Euro niederschlägt.

"Gute wirtschaftliche Basis"

Den guten Verlauf des Geschäftsjahres machte Cramer an wesentlichen Kennzahlen deutlich und betonte: "Die Bewag steht auf einer sehr soliden wirtschaftlichen Basis. Das gute operative Ergebnis des vorletzten Jahres konnte mit 293 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr sogar noch übertroffen werden. Die Ertragskraft der Bewag zeigt sich auch in der Entwicklung des Cash Flow. Dort lagen wir am Ende des Geschäftsjahres mit 473 Millionen Euro um 19,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Bilanzgewinn betrug erneut rund 130 Millionen Euro. Das EBITDA - also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - lag mit 572 Millionen Euro nur leicht unter dem Wert des letzten Geschäftsjahres von 576 Millionen Euro." Cramer und schlug im Namen des Vorstandes und des Aufsichtsrates die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 0,58 Euro je Stückaktie vor.

Ergebnis im neuen Geschäftsjahr deutlich schlechter

In den ersten sechs Monaten des neuen Geschäftsjahres 2002/03 lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 90 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Diese Entwicklung ist laut Cramer wesentlich auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen seien die Zuflüsse für die Einspeisung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Strom auf Grund gesetzlicher Änderungen um 42 Millionen Euro auf 11 Millionen Euro zurückgegangen. Zum anderen wurden für die Ausweitung der Vorruhestandsregelung auf die Geburtsjahrgänge 1950 und 51 weitere Rückstellungen in Höhe von 32 Millionen Euro gebildet. Dies soll die Voraussetzungen schaffen, die im Rahmen der Konzernbildung mit Vattenfall Europe notwendigen Personalanpassungen sozialverträglich fortführen zu können. Zu den Zielen für das laufende Geschäftsjahr erklärte Cramer: "Schwerpunkt der Aktivitäten ist die Integration der Bewag in Vattenfall Europe. Es wird in den nächsten Monaten darum gehen, Schnittstellen innerhalb des Konzerns zu vereinfachen und die Voraussetzungen für kosteneffiziente Strukturen zu schaffen. Das bedeutet auch, dass weitere Kostensenkungspotenziale ausgeschöpft werden."

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