Halbjahresbericht

Bewag wächst im überregionalen Stromgeschäft

Im aktuellen Halbjahresbericht weist der Berliner Energieversorger Bewag einen sechsfachen Stromabsatz im Vergleich zum Vorjahr aus. Mit etwa 171 Millionen Euro ist das Ergebnis vor Ertragssteuern um fast 35 Prozent gestiegen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Auch in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2001/02 hat sich die wirtschaftlich positive Entwicklung der Bewag weiter fortgesetzt. Dies ist unter anderem auf den stark gestiegenen Stromabsatz aus Handelsgeschäften über Strombörsen und mit Händlern zurück zu führen, der sich mit 18 860 Gigawattstunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als versechsfacht hat." Diese Bilanz zog Bewag Finanzvorstand Dr. Bernd Balzereit bei der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das erste Geschäftshalbjahr 2001/02.

Das Ergebnis des Berliner Stromversorgers vor Ertragsteuern ist erneut gestiegen und lag mit 171 Millionen Euro um 34,9 Prozent über dem Ergebnis von 127 Millionen Euro im Vergleichszeitraum. Die Umsatzerlöse im Stromvertrieb lagen bei einem Absatz von 7056 Gigawattstunden (plus 4,4 Prozent) mit 618 Millionen Euro um 2,6 Prozent über dem Vergleichszeitraum. Der Stromhandel konnte Umsatzerlöse von 483 Millionen Euro (Absatz: 18 860 Gigawattstunden, Umsatzerlöse im Vergleichszeitraum 70 Millionen Euro) verbuchen. Die Umsatzerlöse im Netzbereich betrugen bei einer Netznutzung von 968 Gigawattstunden 55 Millionen Euro nach 24 Millionen Euro im Vorjahr.

Das Unternehmen berichtete zudem über weitere wichtige Ereignisse. So hat der Bewag-Gesellschafter Mirant Corporation gemeinsam mit dem Großaktionär Vattenfall AB am 3. Dezember 2001 den Verkauf seiner Beteiligung an der Bewag in Höhe von 44,76 Prozent des Grundkapitals an Vattenfall bekannt gegeben. Über die Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW) hält der schwedische Stromversorger nun 89,6 Prozent des Bewag-Aktienkapitals. Nach dieser Veränderung der Eigentümerstruktur sei die Bewag wieder in den Prozess der Bildung eines großen nordostdeutschen Energieverbundes einbezogen worden. Dieser wird nun unter Führung von Vattenfall aus den Energieunternehmen Bewag, HEW, der Lausitzer Braunkohle AG (LAUBAG) und VEAG Vereinigte Energiewerke AG als Vattenfall Europe gebildet. "Zu diesem Prozess kann die Bewag wertvolle materielle Beiträge leisten und ihr umfangreiches Know-how beisteuern", ist sich Balzereit sicher. Erworben hat die Bewag hingegen die 50-prozentige Beteiligung der MobilCom Holding GmbH an der best energy GmbH zum Preis von fünf Millionen Euro. Damit ist die Bewag alleiniger Gesellschafter des neuen Energieunternehmens.

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