Entscheidung

Bewag-Chef Winje gibt Vorstandsvorsitz ab

Wie Branchenkreise bereits vorhergesagt hatten, hat der Vorstandsvorsitzende der Berliner Bewag, Dietmar Winje, gestern seinen Rücktritt angeboten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Vorsitzende des Vorstandes des Berliner Energieversorgers Bewag, Prof. Dr. Dietmar Winje, wird das Unternehmen "auf eigenen Wunsch und im gegenseitigen Einvernehmen zum 31. Januar 2002 verlassen." Das hat die Bewag heute bekannt gegeben. Das Präsidium des Aufsichtsrates hätte gestern dem Aufsichtsrat empfohlen, einer vorzeitigen Vertragsauflösung zuzustimmen.

Der 57-jährige Winje gehört dem Vorstand der Bewag seit mehr als elf Jahren an und war seit 1994 Sprecher und seit 1996 Vorsitzender. Der habilitierte Volkswirt hatte sich lange gegen die Übernahme seines Konzerns durch die schwedische Vattenfall gewehrt. Presseberichten zufolge war sein Rücktritt deshalb von der Branche bereits erwartet worden. "Dietmar Winje führte die Bewag äußerst erfolgreich. Die Integration der Bewag (West) und Bewag (Ost) in den 90er Jahren, die vollständige Privatisierung des Unternehmens und die konsequente Marktorientierung im Zuge der Liberalisierung der Strommärkte wurden gemeistert. Bewag ist heute eines der profitabelsten Unternehmen in der Energiebranche, Ausdruck hierfür ist auch die Entwicklung der Börsenkapitalisierung und der Dividende, die sich in den letzten Jahren vervierfacht haben. Dieser Erfolg ist maßgeblich Dietmar Winje zuzuschreiben", fasste gestern Barney Rush, Aufsichtsratsvorsitzender der Bewag, die Arbeit von Winje zusammen. Dr. Bernd Balzereit, im Vorstand der Bewag verantwortlich für Finanzen und Netze, wird die bisherigen Aufgaben von Dietmar Winje kommissarisch wahrnehmen.

In einer kurzen persönlichen Einschätzung sagte Dietmar Winje gestern: "Während meiner Zeit bei der Bewag haben sowohl das Unternehmen als auch die gesamte Stromwirtschaft gravierende Veränderungen erfahren. Dies waren interessante und wertvolle Jahre in meinem beruflichen Leben. Zukünftig wird die Bewag Bestandteil der neuen Kraft sein und ich bin überzeugt, dass der designierte Vorstandsvorsitzende, Dr. Klaus Rauscher, und sein Managementteam ein großes erfolgreiches Energieunternehmen aufbauen werden."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    Strompreise: Entlastung erst ab kommenden Jahr möglich

    Für Verbraucher wird Strom in diesem Jahr trotz geringerer Nachfrage spürbar teurer. Allein im April hätten Energiekunden sieben Prozent mehr zahlen müssen als im Vorjahr, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Dienstag in Berlin mitteilte. Auf sinkende Preise können die Verbraucher demnach erst ab 2010 hoffen.

  • Hochspannungsmasten

    Nuon legt Bilanz vor und verlängert Bonusaktion in Berlin

    Seit Anfang Februar mischt der niederländische Energiekonzern Nuon mit seiner deutschen Tochter den Berliner Strommarkt auf. Wer sich bis 15. März für das attraktive Angebot entscheidet, erhält nach dem ersten Jahr einen Treuebonus in Höhe von 50 Euro. Die gestern vorgelegte Bilanz fiel zudem positiv aus.

  • Energieversorung

    Bewag-Betriebsrat droht bei weiterem Stellenabbau mit Streik

    Die "Neue Kraft" auf dem deutschen Strommarkt kommt - und zwar mit der Berliner Bewag. Infolge der Fusion mit HEW, VEAG und Laubag lehnt der Betriebsrat der Bewag jedoch weitere Stellenkürzungen kategorisch ab. Die Stimmung sei unter den Beschäftigten sei "miserabel".

  • Strom sparen

    Mirant verkauft seine Bewag-Anteile an Vattenfall

    Für mehr als 1,5 Milliarden Dollar wird Vattenfall die Mirant-Anteile am Berliner Stromversorger Bewag übernehmen. Damit kann die Bewag in die "Neue Kraft" aus VEAG, Laubag und HEW eingegliedert und der Streit beendet werden.

  • Stromnetz Ausbau

    Bewag zum Geschäftsjahr 2000/2001: Umsätze bei Strom und Wärme gestiegen

    Die Berliner Bewag konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Umsatzerlöse vorallem im Strom- und Wärmegeschäft steigern. Es soll eine Dividende von 0,58 Euro pro Aktie gezahlt werden.

Top