Beschlossene Sache

Bewag: Berliner Senat stimmt Vergleich zu

HEW und Mirant werden sich künftig die Führung des Berliner Energieversorgers teilen - Jetzt konzentrieren sich die Anstrengungen auf den Aufbau einer "vierten Kraft" im bundesdeutschen Markt bis spätestens zur Jahresmitte 2003.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Berliner Senat unter der Leitung des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen hat am Freitag vergangener Woche dem vor einem Schiedsgericht Vergleich der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) und des amerikanischen Energiekonzerns Mirant (ehemals Southern Energy) zugestimmt, wonach die beiden Unternehmen künftig gleiche Anteile an der Bewag halten werden.



Der Vergleich sieht eine gleichberechtigte Führung der Bewag durch HEW (Hauptaktionär: Vattenfall) und Mirant vor. Die 49 Prozent der Bewag-Anteile, die E.ON aufgrund kartellrechtlicher Auflagen abgeben muss, wird der Konzern zunächst an die HEW veräußeren. Im Gegenzug sichert die HEW zu, zur Herstellung einer gleichberechtigten Partnerschaft davon 17 Prozent an Mirant weiter zu veräußern.



Zugleich einigten sich die Verhandlungspartner am Freitag auf eine maßgebliche Beteiligung der Bewag an der zu schaffenden "vierten Kraft" auf dem bundesdeutschen Strommarkt, wie Bewag-Unternehmenssprecher Reinhard Heitzmann mitteilte. Mit der Lösung ende die seit August vergangenen Jahres anhaltende Kontroverse um die zukünftigen Eigentumsverhältnisse bei der Bewag. Die Bewag begrüße die nun gewonnene Klarheit für das Unternehmen und werde ihre Interessen in dem vorliegenden Konzept für den Aufbau der "vierten Kraft" vertreten.



Von Beginn an habe die Bewag immer wieder deutlich gemacht, dass ein großes wettbewerbsfähiges Energieunternehmen im Nordosten Deutschlands nur durch die Einbeziehung der Bewag in diese "vierte Kraft" realisiert werden könne. Mit ihren Kompetenzen in den Bereichen Vertrieb, Energiehandel, Kraft-Wärme-Kopplung und kundenorientierte Dienstleistungen ergänze die Bewag in idealer Weise die Kompetenzen von HEW, VEAG und Laubag. Darüber hinaus habe die Bewag mit ihren zwei Millionen Kunden in den letzten Jahren erfolgreich gezeigt, wie ein Unternehmen hinsichtlich sich schnell verändernder Märkte aufgestellt werden müsse.



Wie das "Handelsblatt" in seiner heutigen Ausgabe berichtet, solle die nordostdeutsche Energieholding bis zum 30. Juni 2003 ihre Arbeit aufnehmen - und zwar in Berlin. Wie aus den Unterlagen der beteiligten hervorgehe, solle die Übernahmen der ostdeutschen Braunkohleproduzenten und -verstromer Laubag und Veag HEW (57 Prozent) und Bewag (43 Prozent) bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Diese und weitere Verbundaktivitäten sollen sodann im kommenden Jahr zusammengeführt werden. Stichtag für die Holding ist spätestens der 30. Juni 2003 - dann will man die Arbeit aufgenommen haben. Vattenfall-Chef Lars Josefsson zeigte sich jedoch gegenüber dem "Handelsblatt" optimistisch, das man schneller die Arbeit aufnehmen werde.



Zufrieden zeigte sich auch der europäische Mirant-Vorstand Jason Harlan. Er kündigte an, dass man für die Aufstockung des Bewag-Engagements von 26 auf 43 Prozent einen "dreistelligen Millionenbetrag" aufwenden werde - laut "Handelsblatt" rund 340 Millionen Mark.



Dem Vernehmen nach erhält die Stadt Berlin zwei Mandate im Aufsichtsrat der Bewag und später auch eines in der Holding. Die städtischen Anteile an der Berliner Gasag über knapp 32 Prozent dürften nicht bis zum Jahr 2018 verkauft werden, heißt. es.

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