Bundesamt drohen Klagen

Betrug mit Emissionsrechten: Firmen wollen Schadenersatz einfordern

Dem Umweltbundesamt (UBA) drohen nach dem Internetbetrug mit Schadstoff-Emissionsrechten zu Jahresbeginn Schadenersatzklagen. Im Januar haben Kriminelle die CO2-Zertifikate von Unternehmen verkauft und dabei rund drei Millionen Euro ergattert.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - "Wir werden diesen Vermögensverlust nicht einfach hinnehmen", sagte der Chef der mittelständischen Firma Drewsen Spezialpapiere, Thomas Katzenmeyer, der "Financial Times Deutschland" (Freitagsausgabe). Auch andere Opfer der Betrugsattacken planen dem Bericht zufolge entsprechende Klagen. Drewsen verlor durch den Betrüger-Angriff demnach 1,2 Millionen Euro.

Emissionsrecht-Betrug im Januar

Bei dem Betrugsfall Ende Januar waren die Kriminellen wie beim klassischen Betrug von Onlinebanking-Kunden vorgegangen. Sie schrieben Firmen mit einem Emissionshandelskonto an und forderten sie auf, im Rahmen einer Sicherheitsmaßnahme ihre Daten auf einer Internetseite einzugeben. Dadurch erbeuteten sie die Zugangsdaten mehrerer Firmen und verkauften deren Verschmutzungsrechte. Die Betrüger verdienten dabei rund drei Millionen Euro.

Umweltbundesamt prüft Haftbarkeit

Der Handel mit Emissionsrechten wird in Deutschland über die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) in Berlin abgewickelt, eine dem Umweltbundesamt unterstellte Behörde. Das UBA lässt nun laut "FTD" in einem Rechtsgutachten die Haftbarkeit des UBA für den entstandenen Schaden prüfen, sowie Möglichkeiten einer Rückabwicklung der betrügerischen Geschäfte.

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