Austausch nötig

Beton verstopft im Atommülllager Asse Leitungen

Im Atommülllager Asse verzögern sich die Stabilisierungsmaßnahmen des Bundesamtes für Strahlenschutzes (BfS) durch ein vorzeitig gehärtetes Betongemisch. Wie die Behörde im Internet mitteilte, sind Leitungen auf der 750-Meter-Ebene des Bergwerks beim Anmischen von sogenanntem Sorelbeton verstopft worden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Remlingen (ddp/red) - In zwei Fällen hätten Beschäftigte eine 360 Meter lange Leitung auswechseln müssen. Sorelbeton ist der Behörde zufolge eine Mischung aus Beton, Salz, Magnesiumoxid und Wasser, das in der Asse aufgefangen wird. Das BfS will mehrere Hohlräume des maroden Bergwerks zur Stabilisierung mit Sorelbeton ausgießen.

Durch die Arbeiten soll eine größere Tragfähigkeit der Schachtanlage erreicht werden. Nach derzeitigem Stand ist das Bergwerk noch bis etwa 2020 standsicher - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich die Menge des zufließenden Wassers nicht weiter erhöht.

Aufgrund des Zeitdrucks könnten vor einer Stabilisierung keine neuen Verfahren durch Versuchsreihen erprobt werden, erklärte das BfS. Die technische Herausforderung bestehe darin, die optimalen Mischverhältnisse von Beton und Salzwasser zu ermitteln.

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