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Besucherfahrten in Bergwerk Asse gestoppt

Besucher können das Bergwerk Asse vorerst nicht mehr unter Tage besichtigen. Die Befahrungen seien bis auf weiteres ausgesetzt worden, sagte der Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Werner Nording, vergangene Woche auf ddp-Anfrage.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter/Wolfenbüttel (ddp/sm) - Die Maßnahme sei zwischen seiner Behörde und dem gegenwärtigen Asse-Betreiber Helmholtz Zentrum München abgestimmt worden. Das BfS soll das vom Einsturz und Volllaufen bedrohte Atommülllager künftig betreiben und seine Schließung organisieren. Ein entsprechender Beschluss der Bundesregierung wird noch für den September erwartet.

Als Grund für den Stopp der Befahrungen nannte Nording die Neuordnung des Strahlenschutz-Rechts für das Lager Asse. Da die Anlage künftig nach dem strengeren Atomrecht betrieben werde, kämen dort auch andere Strahlenschutz-Vorschriften zur Geltung. Bisher galt für die Anlage das Bergrecht. In den vergangenen Jahren hatten viele Interessierte die Schachtanlage Asse besucht und zum Teil auch an Grubenfahrten teilgenommen. Nach Angaben des Helmholtz Zentrums kamen allein 2007 rund 4200 Besucher.

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