Ende gut, alles gut?

Bestätigt: E.ON und Ruhrgas können fusionieren

Nun doch: Der Energiekonzern E.ON hat sich mit den Fusionsgegnern geeignet und kann nun die geplante Fusion mit Ruhrgas vollziehen. Zum großen Teil wurden Beteiligungen, Geldleistungen und die Vereinfachung von Strom- und Gaslieferungen zugesagt. Insgesamt wird E.ON diese außergerichtliche Einigung Konzernangaben zufolge etwa 90 Millionen Euro kosten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Ein gutes halbes Jahr nach Erteilung der Ministererlaubnis durch das Bundeswirtschaftsministerium kann der Energiegigant E.ON die geplante Fusion mit Ruhrgas vollziehen. Der Konzern besätigte heute, dass mit den neun Unternehmen, die gegen die Ministererlaubnis zur Ruhrgas-Übernahme geklagt hatten, eine außergerichtliche Einigung erzielt wurde. Alle Beschwerdeführer haben ihre Klagen zurückgezogen.

Als ersten Schritt wird E.ON noch heute die Ruhrgas-Anteile der RAG übernehmen. Gleichzeitig wird das Übernahmeangebot der RAG an die Degussa-Aktionäre vollzogen. Die von Shell und ExxonMobil gehaltenen Beteiligungen an Ruhrgas sowie die Anteile weiterer Aktionäre will E.ON kurzfristig übernehmen.

Wie E.ON mitteilte, konnten mit den Beschwerdeführern EnBW und Fortum Absprachen auf einer kommerziellen Basis getroffen werden. Zeitungsberichten zufolge wurden der EnBW Anteile an den Gasversorgern Badenova und Bayerngas abgeboten. Laut Financial Times Deutschland soll E.ON mit dem finnischen Konzern Fortum die Beteiligung am Bau einer 1200 Kilometer langen Pipeline von Westsibieren nach Westeuropa ausgehandelt haben. Zudem wird E.ON eine Beteiligung an Concord Power erwerben. Hierüber wurde Einvernehmen mit den derzeitigen Eigentümern EnBW und der Saalfeld-Gruppe erzielt. Concord Power plant den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks am Ostsee-Standort Lubmin.

Mit den weiteren Beschwerdeführern Ampere, ares Energie, Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße, Stadtwerke Aachen, Stadtwerke Rosenheim und Trianel seien Vereinbarungen getroffen worden, die Strom- und Gaslieferungen, die Abgabe von Anlagen und Beteiligungen, Marketingzuschüsse und sonstige Geldleistungen umfassen. Die Einigung mit diesen Beschwerdeführern führt bei E.ON zu einer finanziellen Belastung von insgesamt etwa 90 Millionen Euro. Darüber hinaus hat Ruhrgas gegenüber den Beschwerdeführern erneut ihre positive Haltung zu offenem und fairem Wettbewerb im Gasmarkt bekräftigt.

E.ON-Vorstandsvorsitzender Ulrich Hartmann: "Die Einigung mit den Klägern ermöglicht es uns, die Ruhrgas-Übernahme kurzfristig perfekt zu machen. Beim Ausbau unseres Gasgeschäfts können wir jetzt durchstarten und so im Wettbewerb mit den anderen großen europäischen Gasunternehmen mithalten. Gleichzeitig können wir die Abgabe unserer Degussa-Beteiligung fristgerecht vollziehen. Vor diesem Hintergrund sind die gegenüber den Klägern eingegangenen Verpflichtungen für E.ON durchaus vertretbar."

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