Krise ohne Ende

Besserung nur temporär: Kalifornien wieder ohne Strom

Zum fünften Mal in diesem Jahr musste im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien der Strom abgestellt werden. Eine verfehlte Politik und warme Temperaturen sind der Grund für die drastischen Sparmaßnahmen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Es wird wieder warm in Kalifornien. Was in Deutschland vermutlich ausschließlich Begeisterung hervorrufen würde, stößt den Menschen im amerikanischen Sonnenstaat bitter auf. Denn durch den vermehrten Einsatz von Klimageräten wird der Strom knapp, so dass etwa 300 000 Haushalten in den vergangenen zwei Tagen jeweils für zwei Stunden der Strom abgestellt wurde.


Durch eine verfehlte Energiepolitik, die es den Energieversorgern beispielsweise untersagt, die Strompreise zu erhöhen, muss der US-Bundesstaat Kalifornien seit einigen Monaten mit Stromknappheit kämpfen. Die Preise für Elektrizität auf dem freien Markt (dort müssen sich die Energieversorger ihren Strom besorgen, weil sie ihre Kraftwerke an unabhängige Stromversorger verkauft haben) sind enorm anstiegen, weil in Kalifornien aus Gründen des Umweltschutzes seit zehn Jahren keine Kraftwerke mehr gebaut worden sind. Da in Amerika hauptsächlich Gaskraftwerke betrieben werden, liegen die US-Gaspreise nach wie vor auf Rekordniveau. Wasser und Naturgas zur Stromerzeugung sind ebenfalls knapp geworden. Dadurch stehen den Energieversorgern nur begrenzte Mengen an Strom zur Verfügung, sie sind hochverschuldet.


Während sich die Kalifornier mit der Lage arrangieren müssen, kündigte der amerikanische Vize-Präsident Richard Cheney an, mit dem Bau neuer Kraftwerke die Krise in den Griff bekommen zu wollen. In einem Interview mit CNN sagte er: "Wir glauben, dass über Atomkraft erneut nachgedacht werden sollte."


Experten erwarten, dass sich die Energiekrise im Laufe des Sommers noch zuspitzen wird.

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