Niedrigenergiehaus im Bestand

Besser als Neubau: 4-Liter-Haus in Nürnberg

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat das Pilotprojekt im November 2003 gestartet, um die Energieeinsparpotenziale von energetischen Altbausanierungen besser zu nutzen. Jetzt wurde in Nürnberg das erste Objekt fertiggestellt, der Energiebedarf konnte um 85 Prozent gesenkt werden.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin/Nürnberg (red) - Mit einem innovativen Sanierungsansatz hat die wbg-Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Nürnberg mbH den Energiebedarf des Gebäudes in der Ingolstädter Straße 139-141 um fast 85 Prozent gesenkt. Das Gebäude der wbg ist das erste Sanierungsvorhaben, das im Rahmen des bundesweiten Pilotprojekts "Niedrigenergiehaus im Bestand" fertig gestellt wird. Der Energiebedarf wurde auf jährlich 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter gesenkt, was etwa vier Litern Heizöl entspricht.

Nur sechs Monate nach Beginn der Bauarbeiten konnten in dieser Woche die ersten Mieter einziehen. "Dieses Sanierungsvorhaben bringt Vorteile für alle Seiten. Die Mieter zahlen weniger Nebenkosten, der Gebäudebestand der wbg wird aufgewertet und die Umwelt profitiert von einem geminderten Kohlendioxid-Ausstoß. Impulse für das ansässige Baugewerbe und Handwerk sind ein weiterer positiver Nebeneffekt", erläutert Horst Förther, Bürgermeister der Stadt Nürnberg.

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat das Pilotprojekt im November 2003 gestartet, um die Energieeinsparpotenziale von energetischen Altbausanierungen besser zu nutzen. Beim dena-Pilotprojekt werden in allen Teilen der Bundesrepublik mehr als 20 Wohngebäude, die vor 1979 erbaut wurden, energetisch saniert. Ihr Energiebedarf soll nach der Sanierung nur noch bei jährlich höchstens 40, 50 oder 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegen.

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