Preiserhöhung

Beschwerde: EWS gegen EnBW Transportnetz AG

Die Elektrizitätswerke Schönau haben beim Bundeskartellamt eine Beschwerde gegen die ihrer Meinung nach überhöhten Nutzungsentgelte der EnBW Transportnetz AG eingereicht. Aus Sicht der EWS gibt es für die Erhöhung vom Jahresanfang keinen Grund. Laut EnBW wird damit auf den Anstieg der Preise für Regelenergie reagiert.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) zahlen – wie alle Energieversorger und Stromhändler – Nutzungsentgelte an die großen Übertragungsnetzbetreiber. So auch an die EnBW Transportnetze AG. Diese hat ihre Nutzungsentgelte zum 1. Januar 2003 um sieben Prozent erhöht, weil die Kosten für Regelenergie gestiegen seien. Nach Meinung der EWS ist dies unzureichend begründet und somit wettbewerbswidrig. Aus diesem Grund haben die "Stromrebellen" Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht.

Die EnBW erklärt die Erhöhung der Nutzungsentgelte im wesentlichen mit einer Kostenerhöhung für Regelenergie. Die sogenannte Regelenergie wird wegen der auftretenden Differenzen zwischen der Einspeisung von Elektrizität und der tatsächlichen Stromabnahme durch die Kunden benötigt. Diese Differenzen müssen sehr kurzfristig durch Regelenergie ausgeglichen werden. Diese werden durch die vier deutschen Verbundunternehmen (RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall Europe) durch kurzfristige Erhöhung und Senkung von Kraftwerksleistungen geregelt.

Aus Sicht der EWS existiert für die Kostenerhöhung der EnBW für Regelenergie in dieser Größenordnung keine reelle Grundlage. Die EWS hält sie überdies für gesetzeswidrig, weil die EnBW als marktbeherrschendes Unternehmen missbräuchlich überhöhte oder unangemessene Preise verlangt. In der Beschwerde beim Bundeskartellamt weist die EWS zudem darauf hin, dass sich diese kartellrechtswidrige Überhöhung der Entgelte insbesondere aus der Aufspaltung Deutschlands in vier unterschiedliche Regelzonen ergibt. So hätte laut EWS eine nationale Regelzone hingegen den Vorteil, dass zwischen den jetzigen Regelzonen ein Ausgleich möglich wäre, wodurch insgesamt weniger Regelenergie bereitgestellt werden müsste.

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