Ausstehende Gerichtsentscheide

Beschlussunfähig: Stadtwerke Hannover sagen Teilnahme an Ampere-Hauptversammlung ab

Der Eklat zwischen dem Berliner Stromhändler und seinem Mehrheitsaktionär der Stadtwerke Hannover AG spitzt sich weiter zu: Heute hätte in Berlin die Ampere-Hauptversammlung stattfinden sollen - die Stadtwerke Hannover kamen aber nicht. Das Unternehmen sieht sich nicht in der Lage, ohne rechtliche Klärung der offenen Fragen an einer Hauptversammlung mitzuwirken.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Heute hat in Berlin die Hauptversammlung des Energiehändlers Ampere stattgefunden - allerdings ohne die Teilnahme des Hauptgesellschafters, der Stadtwerke Hannover AG. Das Unternehmen sieht sich eigenen Angaben zufolge nicht in der Lage, ohne rechtliche Klärung der offenen Fragen an einer Hauptversammlung mitzuwirken und über relevante rechtliche Fragen zu befinden.

Seit Juli 2002 liegt der Berliner Stromhändler mit seinem Mehrheitsaktionär im Clinch. Weil Ampere sich von der Ministererlaubnis zur E.ON/Ruhrgas-Fusion in der Existenz bedroht fühlt, wurde dagegen geklagt. Das jedoch passte nicht in die Geschäftspolitik der Stadtwerke Hannover. In der Folge ließ Ampere die erste Hauptversammlung platzen und heute boykottierten die Stadtwerke Hannover die Beschlussfassung. Als Grund gab das Unternehmen an, dass die Beschlussfassung über Tagesordnungspunkte vorgesehen war, deren formal- und materiell-rechtlicher Inhalt derzeit von den Gerichten geklärt wird. Entscheide dazu stehen allerdings noch aus.

Der Versammlungsleiter Dr. Ulrich Bammert stellte heute die Beschlussunfähigkeit des Gremiums fest und bat den Ampere-Vorstand, die Hauptversammlung auf einen neuen, kurzfristigen Termin unmittelbar nach den Gerichtsentscheiden zu verschieben.

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