Prominenter Kunde

Berliner Sony Center wechselt zur EnBW

Technischer "Trick": Durch die Umstellung auf Mittelspannung spart der Sony Center künftig bis zu 30 Prozent.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Das futuristische Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin bezieht seit Monatsbeginn seinen Strom von der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW). Wie der Leiter der EnBW Niederlassung Berlin, Norbert Juchem, heute vor Journalisten erklärte, wird die EnBW fortan die jährliche Strommenge für den Betrieb der 200.000 Quadratmeter großen Nutzflächen des Sony Centers liefern.

Die EnBW habe in ihrem Leistungsumfang sichergestellt, dass die derzeit zum Teil noch auf Niederspannungsebene erfolgende Stromversorgung vollständig auf kostengünstige Mittelspannungsanschlüsse umgestellt werde. Dies bringe für die Energiekunden im Sony Center deutliche Spareffekte, betonte Juchem. Dies gelte nicht nur für Büroflächen der Sony Europazentrale. Auch die Betreiber der Kinos, Restaurants und der Forum Apartments profitierten davon. Nicht zuletzt können auch die Fahrstühle, Rolltreppen, Tiefgaragen und Außenbeleuchtungen mit dem EnBW-Strom in Mittelspannung betrieben werden.

Der technische "Trick" besteht dabei in der Zusammenfassung mehrerer Niederspannungs- auf wenige Mittelspannungsanlagen. Dadurch sind Einsparungseffekte bei den Netznutzungsentgelten im Schnitt bis zu 30 Prozent bei der günstigeren Stromversorgung auf Mittelspannungsebene möglich.

Nach solch prominenten Kunden wie DaimlerChrysler, Siemens, Bosch, Philips, Schering, dem Berliner Abgeordnetenhaus oder dem Grand Hotel Adlon sieht sich die EnBW als "Türöffner für einen liberalisierten Energiemarkt in Deutschland", sagte Juchem. Dies werde dadurch untermauert, dass die EnBW in den ersten beiden Jahren ihrer Marktpräsenz in Berlin und den östlichen Bundesländern bereits mehr als 500 Industriekunden für sich habe gewinnen können. Damit ist die EnBW zum größten externen Stromlieferanten in der Hauptstadt und den östlichen Ländern aufgestiegen. Zudem habe sich die EnBW-Tocher Yello-Strom sowohl bundesweit als auch im Osten der Republik als die mit Abstand erfolgreichste neue Strommarke für Privat- und Gewerbekunden positionieren können.

Die EnBW Niederlassung Berlin und ihr Vertriebsbüro in Leipzig sind mit derzeit 26 Mitarbeitern Teil einer dezentralen Vertriebsorganisation des Konzerns, dessen Netzwerk von Amsterdam über Madrid bis Warschau die nationale und europäische Präsenz und Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Liberalisierung der Strommärkte gewährleistet.

Unter Deutschlands Energieunternehmen ist die EnBW AG das drittgrößte. Der Konzernumsatz stieg im Jahr 2000 um 45,8 Prozent von 7,8 Milliarden Mark auf 11,4 Milliarden Mark; davon entfielen 8,9 Milliarden Mark auf das Geschäftsfeld Energie mit mehr als 3,5 Millionen Kunden. Der Stromabsatz belief sich auf 77,9 Milliarden Kilowattstunden. Zum Jahresende 2000 beschäftigte die EnBW Gruppe rund 34.000 Mitarbeiter.

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