Kritik am Nachbarland

Berliner Senat gegen polnische Atomkraftwerke

Der Berliner Senat hat sich gegen Pläne der polnischen Regierung ausgesprochen, in Polen bis zu drei neue Atomkraftwerke zu bauen. Das erste soll 2020 in Betrieb gehen. Kürzlich hatten hochrangige Politiker des Nachbarlandes entsprechende Pläne Polens bekräftigt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/red) - Derzeit wird etwa ein halbes Dutzend möglicher Standorte untersucht, einer davon ist Gryfino, nur etwa 100 Kilometer Luftlinie von Berlin entfernt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) halte "überhaupt nichts von neuen Atomkraftwerken, weder in Deutschland, Polen oder anderswo", sagte Senatssprecher Richard Meng der "Berliner Zeitung".

Die Technologie sei gefährlich und ein Weg zurück in die Vergangenheit. Diese "glasklare" Haltung Wowereits teile dieser auch mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, der die polnische Regierung mehrfach aufgefordert hat, auf neue AKW in Nähe der Grenze zu Brandenburg zu verzichten. Zwischen Platzeck und Wowereit passe in dieser Frage "kein Blatt Papier", sagte Meng.

Der Senatssprecher sagte, dass Polen in seinen Entscheidungen über seine Energiepolitik natürlich souverän sei, als potenziell von einem Störfall betroffener Nachbar wende man sich aber politisch strikt gegen die Atom-Pläne. Anläßlich der Großdemonstration gegen Atomkraft am kommenden Samstag in Berlin hatte sich auch der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Daniel Buchholz, gegen die Atomkraft-Pläne Polens ausgesprochen. Polen solle lieber jetzt sofort auf erneuerbare Energien setzen und dabei das Angebot Deutschlands annehmen, die hier vorhandenen Technologien für sich zu nutzen.

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