Kartellamt prüft

Berliner Gaspreise steigen erneut

Trotz scharfer Kritik im Vorfeld erhöht die Gasag innerhalb von nur drei Monaten zum zweiten Mal deutlich die Preise. Ab 1. Januar müssen Privatkunden zwischen acht und zwölf Prozent draufzahlen. Erst im Oktober hatte der bundesweit größte kommunale Gasversorger die Tarife um etwa zehn Prozent angehoben.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Nach Darstellung von Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei.PDS) wird das Landeskartellamt erneut prüfen, ob ein Missbrauch vorliegt. Ein Gasag-Sprecher rechtfertigte den Schritt am Dienstag unterdessen als "unvermeidbar". Die Importpreise für Ergas seien "rasant" gestiegen. Insgesamt könne das Unternehmen etwa zwei Drittel des Preises nicht beeinflussen. Dazu gehörten auch Steuern und Abgaben, die an den Staat gingen.

Auf einen Durchschnittshaushalt kommt nach Gasag-Angaben eine monatliche Mehrbelastung von knapp zehn Euro zu. Die Erhöhung betreffe jedoch ausschließlich den Preis für das Erdgas und nicht den monatlichen Grundpreis. Ausgenommen seien Kunden, die sich im Oktober für den ein Jahr geltenden Gasag-Fix-Preis entschieden hätten.

Schon die Preiserhöhung vom Oktober war auf massiven Protest gestoßen. Auf Initiative der Berliner Verbraucherzentrale reichten 42 Kunden eine Sammelklage beim Landgericht ein. Sie wollen erreichen, dass die Entscheidung für unwirksam erklärt wird. Unter dem öffentlichen Druck hatte sich die Gasag bereit erklärt, spätestens Ende Januar ihre Kalkulationen für Privatkunden offen zu legen. Mittlerweile liege ein Gutachten des Unternehmens dazu vor, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftssenators. Im Januar werde es aber noch Gespräche geben. Im Unterschied zum Strom müssen nach Angaben der Sprecherin Gaspreise vom Staat nicht genehmigt werden. Allerdings prüfe die Kartellbehörde das Vorgehen.

Von Christina Schultze

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