Friedhof Energiemarkt

Berliner energybynet AG stellt Insolvenzantrag

Mit "einem zweistelligen Millionen Betrag" Venture Capital stieg die energybynet AG im Januar dieses Jahres als Energy System und Service Provider in das deutsche Energiegeschäft ein. Als Vorstand fungierte u.a. ein astromo-Gründer. Jetzt hat das Unternehmen Insolvenz beantragt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
"Basis für unser Können sind unser Wissen und unsere Erfahrungen auf dem Energiemarkt und in der IT-Technologie, unsere Fähigkeit, interdisziplinär zu handeln, unsere innovativen Ideen und unsere unternehmerische Tatkraft." So stellt sich die Berliner energybynet AG auf ihrer Internetseite vor. Wie das strom magazin jetzt allerdings erfuhr, ist über das Vermögen des Unternehmens, zu dem auch der bekannte Internetstrompool astromo gehört, bereits am 1. Juni dieses Jahres das Insolvenzverfahren eingeleitet worden (Az.: 107 IN 1008/01).

Erst im Januar 2001 war energybynet als "Energy System und Service Provider" gestartet – und zwar mit einem zweistelligen Millionenbetrag der Venture Capital Gesellschaft Apax Partners & Co. im Rücken. Als "Energy System und Service Provider" wollte energybynet die administratorische Abwicklung des Stromanbieterwechsels für Energieversorgungsunternehmen übernehmen. Der Unternehmensidee zufolge, sollten die regionalen Stromversorger beispielsweise die Auftragserstellung beim Endverbraucher, die Abwicklung der Lieferung, die Verhandlung der Netznutzung oder die Rechnungsstellung an die Berliner abgeben.

Über die Gründe der Insolvenz ist bisher nichts bekannt. Auch nach mehreren Anfragen des strom magazins war die energybynet AG zu keinem Kommentar bereit. Insofern bleibt auch unklar, was zukünftig mit der energybynet-Tochter astromo passieren wird. In jedem Fall schein das vollmundig angepriesene Konzept nicht aufgegangen und das Geld ausgegeben zu sein. Der liberalisierte deutsche Strommarkt verzeichnet damit eine weitere Pleite.

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