Verschwendung

Berliner Energieagentur startet Kampagne zur Förderung von Energieeffizienz bei Unterhaltungselektronik

20 Milliarden Kilowattstunden Strom werden jährlich unnütz mit dem Stand-By-Betrieb von elektronischen Geräten verplempert. Das ist so viel, wie ganz Berlin in einem Jahr an Strom verbraucht. Die Energieagentur Berlin und die vzbv wollen der Verschwendung jetzt einen Riegel vorschieben und haben deshalb eine Kampagne gestartet.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Auf die hohen Verluste durch den Standby-Betrieb von elektronischen Geräten wollen nun die Berliner Energieagentur GmbH und die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) e. V. mit einer neuen Kampagne hinweisen. Die Initiativen wollen dabei die Verbraucher animieren, beim Kauf eines Produktes nicht nur auf den Preis, sondern verstärkt auch auf den Stromverbrauch zu achten.

Durch Standby-Betrieb von elektronischen Geräten in deutschen Haushalten und Büros werden jährlich etwa 20 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht – das entspricht dem gesamten Stromverbrauch Berlins. Dadurch werden fast 14 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gepustet. "Energieverschwendung ließe sich einfach vermeiden, wenn man beim Kauf eines neuen Gerätes auf den Stromverbrauch achtet", warb Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur und Sprecher der Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED) für die Kampagne. Viele Geräte seien Stromfresser. Zudem bedeute ein effizientes Gerät nicht zugleich weniger Komfort. "Neben steigenden Kohlendioxid-Emissionen im Verkehr sind die privaten Haushalte der einzige volkswirtschaftliche Sektor, der steigende Emissionen aufweist", bilanzierte Dr. Edda Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Den meisten Familien sei nicht bewusst, dass sie pro Jahr bis zu 250 Mark fast ein Siebtel ihrer gesamten Stromausgaben allein für Standby ausgeben. Vor diesem Hintergrund sei die Beratung über die Notwendigkeit von Energieeinsparung und rationeller Energieverwendung und die Vermittlung von Verhaltensempfehlungen wichtiger denn je.

Im Rahmen einer Informationskampagne werden nun Handelsunternehmen in ihren Bemühungen unterstützt, Energieeffizienz als Vermarktungskriterium zu nutzen. Zugleich werden die Endverbraucher durch die unabhängige Beratung der Verbraucherverbände für energiesparende Geräte sensibilisiert. "So profitieren Handel und Verbraucher, und der Stromverbrauch wird zum Wohle des eigenen Geldbeutels und der Umwelt nachhaltig gesenkt", erklärte Michael Geißler das Kampagnenkonzept. Die Kampagne wird parallel in fünf Ländern Europas durchgeführt. Die Aktivitäten finden bis Mitte November in den Städten Berlin, Marl und Wiesbaden statt. Der "Energieberatungsbus" des vzbv sowie Informationsstände in den Innenstädten informieren Verbraucher über energiesparende Unterhaltungselektronik. Durch bundesweite und regionale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit soll auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

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