Kessel-Casting

Berlin sucht die ältesten Heizkessel der Stadt

Unter dem Motto "Berlin macht sich Luft" suchen die Berliner Energieagentur und die Berliner Gaswerke die ältesten Heizkessel der Stadt. Grund: Alte Anlagen mit hohen Abgasverlustwerten müssen raus aus dem Haus. Das kann doppelt lohnen, schließlich gibt's Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Pünktlich zu Beginn der Heizperiode starteten die Berliner Energieagentur GmbH und die GASAG Berliner Gaswerke AG am gestrigen Montag ihre gemeinsame Kampagne "Berlin sucht die ältesten Heizkessel der Stadt". Die Gewinner erwartet modernste und Kosten sparende Heiztechnik im Gesamtwert von 50.000 Euro. Zum Auftakt der Aktion für die Berliner Luft unter der Schirmherrschaft der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, verwiesen beide Unternehmen auf die Dringlichkeit des Themas.

Ab dem 1. November dieses Jahres müssen gemäß Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) alte und ineffiziente Heizanlagen mit zu hohen Abgasverlustwerten erneuert werden. In Deutschland sind derzeit etwa 1,4 Millionen Ölheizungen und fast 900.000 Gasfeuerungsanlagen über 24 Jahre alt und damit erneuerungsbedürftig. Bei den aktuell steigenden Rohölpreisen wird der Betrieb solcher Kessel-Oldies nicht nur zur Kostenfalle. Deutschlands Haushalte emittieren seit Anfang der 90er Jahre jährlich etwa 140 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Neunzig Prozent davon entfallen auf die Raumwärmebereitstellung.

"Durch die Erneuerung alter Heizungsanlagen können die klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen in erheblichem Umfang reduziert werden", so Ingeborg Junge-Reyer, Senatorin für Stadtentwicklung des Landes Berlin und Schirmherrin der Kampagne. "Ich hoffe, dass die Kampagne im Namen der Berliner Luft möglichst viele Berlinerinnen und Berliner auf die Vorteile eines Kessel-Austauschs aufmerksam machen wird:"

Unter dem Motto "Berlin macht sich Luft" riefen Berliner Energieagentur und GASAG die Berliner dazu auf, bis zum 5. Dezember dieses Jahres ihre alten Heizkessel zum "Kessel-Casting" anzumelden. Die Teilnahmeunterlagen werden ab sofort über die Berliner Schornsteinfeger und Handwerksbetriebe verteilt. Unter www.kessel-casting.de kann der Teilnahme-Coupon auch online ausgefüllt werden.

"Wir freuen uns schon auf die Hitliste der Kessel-Oldies", so Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur, bei der alle Einsendungen zusammenlaufen. "Viele alte Kessel sorgen in Berlin noch für unnötig hohe Heizkosten. Mit der Aktion wollen wir zeigen, dass es auch anders geht. Mit dem Sonderpreis Blockheizkraftwerk werden Wärme und Strom direkt beim Verbraucher erzeugt. Das ist besonders effizient".

Die sieben ältesten Heizkessel Berlins in der Leistungsklasse bis 30 kW (Einfamilienhäuser, kleine Mehrfamilienhäuser) werden durch neue Heizkessel namhafter Hersteller im Wert von je rund 3000 Euro ersetzt. Wer den Top-Oldie besitzt, erhält auch die Installation des neuen Kessels kostenlos. Der Besitzer des ältesten Kessels in einem größeren Mehrfamilienhaus, Industrie-, Dienstleistungs- oder Gewerbebetrieb erhält einen Gutschein im Wert von bis zu 10.000 Euro für einen Heizkessel über 30 kW Leistung.

Unabhängig von den Hauptpreisen werden zusätzlich verschiedene Sonderpreise durch eine neutrale Jury vergeben. Den Gewinnern winkt zum Beispiel ein Jahr lang BHKW-Wärme frei Haus im Wert von bis zu 3000 Euro. Dafür installiert die Berliner Energieagentur ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in einem geeigneten Gebäude, das Wärme und Strom effizient gleichzeitig produziert. Nach einem Jahr entscheidet der Gewinner selbst, ob er die vor Ort erzeugte Energie preisgünstig weiter beziehen möchte oder nicht. Zu den Sonderpreisen gehören aber auch drei Gebäude-Energiechecks der Berliner Energieagentur sowie eine Solaranlage im Wert von über 5.000 Euro.

Die Preisverleihung findet am 13. Januar 2005 in den Räumen der KfW Bankengruppe am Berliner Gendarmenmarkt statt.

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