Heizkosten

Berlin plant höhere Mietzuschüsse für Bedürftige

Gute Nachricht für einen Teil der Berliner Hartz-IV-Empfänger: Der Berliner Senat will ihnen ab Mai einen höheren Mietzuschuss gewähren. Der Hintergrund sind vor allem die immens gestiegenen Heizkosten. Problematisch ist das nicht zuletzt deshalb, weil Bedürftigen ein Wechsel des Versorgers erschwert wird.

Stromnetz© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Die rot-schwarze Landesregierung regelte am Dienstag die Richtwerte für die Unterkunfts- und Heizkosten neu, wie Sozialsenator Mario Czaja (CDU) nach Abschluss der Kabinettssitzung mitteilte. Danach steigt der Zuschuss für einen Einpersonenhaushalt im Schnitt von 380 auf 394 Euro und für eine vierköpfige Familie von 619 auf 665 Euro.

Heizkosten sind immens gestiegen

Laut Czaja koppelt das Land künftig seine Richtwerte zur Berechnung der Zuschüsse an den Berliner Mietspiegel und an den bundesweiten Heizkostenspiegel. Dadurch müssten die Richtwerte, die auf Grundlage der Bruttowarmmiete berechnet und unter anderem nach Wohnfläche, Energieart und Haushaltsgröße festgelegt werden, jedes Jahr überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. "Die Verordnung berücksichtigt zum ersten Mal in einem angemessenen Rahmen die Preisentwicklung bei den Energiekosten", sagte der Senator.

"Kein Ausgleich für Mietenanstieg"

Beim Berliner Mieterverein stieß die Gesetzesinitiative auf Skepsis. Zwar begrüßte der Interessenverband grundsätzlich die Bemühungen des Senats um eine Anpassung der Richtwerte. Zugleich kritisierte der Geschäftsführer des Vereins, Reiner Wild, aber den Vorstoß als nicht weitgehend genug. "Die Kostenübernahme wird nur um fünf bis sieben Prozent erhöht. Damit wird kein Ausgleich für den Anstieg der Mieten und der Heizkosten seit 2005 geschaffen", bemängelte er. Seit diesem Datum seien die Mieten und die Energiekosten geradezu explodiert. Deshalb sei eine Erhöhung der Richtwerte um 15 bis 20 Prozent angemessen, so Wild.

Bedürftige können nur schwer den Stromanbieter wechseln

Angesichts der häufigen Preiserhöhungen ist es ratsam, die Preise verschiedener Stromanbieter miteinander zu vergleichen. Mit dem Stromtarifrechner kann schnell festgestellt werden, ob sich der Wechsel des Stromversorgers lohnt. Der Anbieterwechsel ist einfach und risikolos - die Stromversorgung ist gesetzlich garantiert. Problematisch für Geringverdiener ist jedoch, dass gerade ihnen nicht selten aufgrund ihrer geringeren Bonität ein Wechsel erschwert wird.

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