Vattenfall-Pläne

Berlin: Bei neuen Kraftwerksplanungen auf Umweltstandards achten

Die Berliner Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) rechnet mit weiteren Auseinandersetzungen um die Ausgestaltung der Kraftwerksplanung von Vattenfall. "Wir werden auf höchste Umweltstandards achten und darüber beim Genehmigungsverfahren mit dem Energiekonzern Gespräche führen", sagte sie.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/red) - Auch werde geprüft, ob die Dimensionen der geplanten Kraftwerke wirklich benötigt würden. Zudem sei es dem Senat nicht gleichgültig, woher Vattenfall das Material für die jetzt in Rummelsburg geplanten Biomasse-Anlagen bezieht und wie diese Rohstoffe gewonnen werden.

Senatorin Lompscher betonte, die Abkehr vom Steinkohlekraftwerk Klingenberg sei von "immenser Bedeutung" für den Klimaschutz in Berlin. Durch den ständigen Druck auf Vattenfall sei es "dieser Stadt, diesem Senat und großen Teilen des Parlaments" gelungen, dass das Unternehmen ein zukunftstaugliches Konzept für die Berliner Kraftwerksstandorte vorgelegt habe.

CDU-Umweltexperte Carsten Wilke kritisierte, die Koalition und der Senat hätten keinen Anteil daran, dass die Pläne für das Steinkohlekraftwerk "vom Tisch" seien. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) habe sich erst von dem Kraftwerksneubau distanziert, als die aktuellen Pläne von Vattenfall schon längst bekannt gewesen seien.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Schäfer, warf Rot-Rot eine "jämmerliche Klimaschutzpolitik" vor. Da sei es gut verständlich, dass sich vor allem die SPD mit "fremden Lorbeeren schmücken" wolle.

Nach monatelangen Protesten hatte Vattenfall in der vergangenen Woche eingelenkt und auf den Bau des geplanten Steinkohlekraftwerks in Rummelsburg verzichtet. Das Unternehmen will dort nun zwei Biomasse-Kraftwerke errichten. Sie sollen voraussichtlich 2015/2016 in Betrieb gehen.

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