Emissionshandel-Debatte

Bericht: Industrie bricht ihre Klimaschutz-Selbstverpflichtung

Nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegel hat die deutsche Industrie ihre Klimaschutz-Selbstverpflichtung offenbar nicht den Zusagen entsprechend fortgeführt. So sollen die Gesamtemissionen der Industrie im Jahr 2002 wieder gestiegen sein. Ein Jahr zuvor hatte die Industrie der Bundesregierung zugesagt, den CO2-Ausstoß merklich reduzieren zu wollen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die deutsche Industrie hat entgegen ihrer Selbstverpflichtung zum Klimaschutz ihren Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) von 2000 bis 2002 um 15 Millionen Tonnen erhöht. Das berichtet der Berliner Tagesspiegel. Bis 2005 wollte sie ihre Emissionen um 20 Millionen Tonnen reduzieren. Den Informationen der Zeitung zufolge lagen die Gesamtemissionen der Industrie im Jahr 2002 bei 506 Millionen Tonnen CO2, im Jahr 2000 waren es noch 491 Millionen Tonnen.

Das würde eine Trendumkehr bedeuten. In den Jahren zuvor war es der Industrie gelungen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. In der Konjunkturflaute stiegen die Emissionen wieder. Die deutsche Industrie hatte der Bundesregierung 2001 zugesagt, ihren CO2-Ausstoß bis 2010 um insgesamt 45 Millionen Tonnen CO2 zu reduzieren.

Die nun erhobenen Daten sind die Grundlage für den umstrittenen Zuteilungsplan für CO2-Emissionsrechte. Im Jahr 2005 beginnt in der Europäischen Union der Handel mit solchen Emissionsrechten. Die beteiligten Unternehmen erhalten ein abnehmendes Kontingent solcher Rechte. Überschreiten sie die erlaubte Höchstmenge an CO2-Emissionen, müssen sie Verschmutzungsrechte zukaufen. Bis Ende März muss die Bundesregierung ihren nationalen Zuteilungsplan vorlegen.

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