Kampagne gestartet

Bergbau-Gewerkschaft wirbt für Erhalt der Kohleförderung

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) verschärft ihre Kritik an dem geplanten Auslaufbergbau für die Steinkohle. In einer gestern in Bochum gestarteten Kampagne warben mehr als 2000 Branchenvertreter aus den Steinkohlerevieren von NRW und dem Saarland für den Erhalt des Bergbaus.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bochum (ddp-nrw/sm) - IG BCE-Vorstandschef Hubertus Schmoldt bemängelte, die Kohle-Ausstiegspläne der neuen schwarz-gelben NRW-Landesregierung seien "nicht bis zum Ende durchgerechnet". Ein Ausstieg aus der Steinkohleförderung würde den Kohleländern NRW und Saarland "mehr Schaden als Nutzen" bringen.

Schmoldt warnte, das "Heil der Haushaltssanierung" liege keinesfalls in der Kürzung von Kohlesubventionen. Diese machten nur zwei Prozent aller Subventionen in Deutschland aus. Trotz einer Halbierung der Steinkohlesubventionen seit 1997 seien die Staatsfinanzen deshalb "nicht wesentlich" gesundet.

Angesichts der steigenden Energie- und Rohstoffpreise mahnte Schmoldt einen Erhalt des Bergbaus an. Die deutschen Lagerstätten reichten noch für 400 Jahre. "Wir dürfen diese Zukunft nicht verschütten, indem wir den Zugang zu diesen Vorräten aufgeben." Für die deutsche Steinkohlenförderung spreche auch, dass Öl und Gas zunehmend aus politisch instabilen Regionen kämen.

SPD-Chef Franz Müntefering hat die Kampagne zum Erhalt der Steinkohle unterdessen begrüßt. "Jeder weiß, dass die von der Union vorgesehene Streichung der Kohlebeihilfen zu einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen im Steinkohlebergbau und in den Zuliefererbetrieben führen würde", sagte er in Berlin. Und weiter: "Wir stehen zu den getroffenen kohlepolitischen Vereinbarungen."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energieversorung

    Oettinger verteidigt Aus der Steinkohle-Hilfen ab 2014

    Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger und die Bundesregierung liefern sich einen offenen Schlagabtausch um die Steinkohle-Subventionen. Oettinger wehrte sich am Freitag gegen Vorwürfe aus Berlin, er habe die Verlängerung der deutschen Steinkohle-Hilfen bis 2018 nicht entschieden genug in Brüssel verteidigt.

  • Energieversorung

    EU-Bergbaupläne weiter in der Kritik

    Die EU-Pläne für eine vorzeitige Stilllegung deutscher Steinkohle-Zechen sorgen weiter für politischen Streit. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte am Mittwoch in Berlin das Vorhaben der EU-Kommission, unrentable Bergwerke bereits im Oktober 2014 zu schließen.

  • Strom sparen

    Großveranstaltung zur Zukunft der Steinkohle in Bochum

    Am kommenden Dienstag findet in Bochum eine Großveranstaltung statt, mit der die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) für die Zukunft des deutschen Steinkohlenbergbaus werben will. Sie wendet sich gegen die Absicht der NRW-Landesregierung, den Kohleabbau auslaufen zu lassen.

  • Stromnetz Ausbau

    Georgi: Ausstieg aus dem Bergbau im "Gleitflug"

    Der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi kündigte gestern im Landtag einen mittelfristigen Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau an. Es müsse ein Ausstiegsszenario entwickelt werden, da ein sofortiger Ausstieg aufgrund bestehender Verträge nicht möglich sei und zu ökonomischen Problemen führe.

  • Energieversorung

    Schmoldt kritisiert Hilfen für erneuerbare Energien

    Der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, hat einen kritischeren Umgang mit erneuerbaren Energien gefordert. "Wir sind für erneuerbare Energien. Aber sie müssen sich auch an ihren Kosten messen lassen", sagte Schmoldt der Nachrichtenagentur ddp in Berlin.

Top