Erderschütterung

Bergamt schließt Ensdorf-Abbaustopp nicht grundsätzlich aus

Nach zwei Erderschütterungen mit einer Stärke von jeweils 3,4 auf der Richterskala in der vergangenen Woche im Raum Lebach hat das Bergamt eine weitere Reduzierung der Abbaugeschwindigkeit im umstrittenen Doppelstreb des Bergwerks Ensdorf um 15 Prozent empfohlen. Ein Abbaustopp wird nicht mehr ausgeschlossen.

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Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Das Oberbergamt Saarland/Rheinland-Pfalz schließt einen Abbaustopp von Steinkohle im umstrittenen Doppelstreb des Bergwerks Ensdorf nicht grundsätzlich aus. Wenn alle Maßnahmen zur Reduzierung von Erderschütterungen nicht greifen sollten, müsse man diese Möglichkeit "sehr genau abwägen", sagte Roland Boettcher vom Oberbergamt am Dienstag in Saarbrücken. Dabei verwies er sowohl auf die von einem möglichen Abbaustopp betroffenen Arbeitsplätze als auch auf die Abhängigkeit der saarländischen Kraftwerke von der heimischen Kohle.

Nach zwei Erderschütterungen mit einer Stärke von jeweils 3,4 auf der Richterskala in der vergangenen Woche im Raum Lebach hat das Bergamt eine weitere Reduzierung der Abbaugeschwindigkeit um 15 Prozent empfohlen. Die bereits vor zwei Monaten angeordnete Reduzierung der Abbaugeschwindigkeit sowie die inzwischen 16 Entlastungssprengungen hätten sich als erfolgreich erwiesen, sagte Hans-Alois Schmitt vom Bergamt Saarbrücken.

Bergwerksdirektor Gerhard Bronder zeigte sich von der Entscheidung "überrascht". Man werde einen Widerspruch gegen die Entscheidung erwägen. Die wirtschaftlichen Folgen einer weiteren Reduzierung seien noch nicht absehbar. Die DSK geht davon aus, dass die Erderschütterungen nach Durchqueren einer Sandsteinschicht ab Juni nachlassen werden.

Der Sprecher der Deutschen Steinkohle AG (DSK), Karl-Heinz Pohmer verwies darauf, dass im saarländischen Bergbau derzeit 7400 Menschen beschäftigt sind, weitere 5000 Arbeitsplätze hingen vom Bergbau direkt oder indirekt ab. Diese Arbeitsplätze "stehen und fallen mit den beiden Streben", die derzeit im sogenannten Feld Dilsburg abgebaut werden, ergänzte Pohmer. Zukünftig würden 80 bis 90 Prozent der saarländischen Steinkohle in dem umstrittenen Doppelstreb abgebaut werden.

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