Inneres Leck

Bereits am Freitag: Defekt im Atomkraftwerk Biblis A

Im RWE-Atomkraftwerk Biblis wurde am Freitag erneut ein Defekt im Not- und Nachkühlsystem entdeckt. Durch ein inneres Leck habe sich in einem Strang des Kühlsystems im Block A ein Druck aufgebaut. Das Umweltministerium stufte den Zwischenfall als meldepflichtiges Vorkommnis der Kategorie N (Normal) ein.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Biblis/Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Im südhessischen Atomkraftwerk (AKW) Biblis ist am vergangenen Freitag zum wiederholten Male ein Defekt im Not- und Nachkühlsystem aufgetreten. Durch ein inneres Leck habe sich in einem Strang des Kühlsystems im Block A ein Druck aufgebaut, teilte das hessische Umweltministerium als Aufsichtsbehörde mit.

Eine Gefahr für Personal und Umwelt habe nicht bestanden. Allerdings hieß es, "nach Diskussion" mit der Betreiberfirma RWE Power AG und dem TÜV Nord habe sich die hessische Atomaufsicht entschieden, den Zwischenfall als meldepflichtiges Vorkommnis der Kategorie N (Normal) einzustufen.

RWE Power habe den hohen Druck, der sich ab 5. Januar aufgebaut habe, mit einer Reparatur Ende des Monats ausreichend reduziert. Der betroffene Strang hätte den Ministeriumsangaben zufolge im Notfall zwar nicht zur Verfügung gestanden. Da das Not- und Nachkühlsystem aber aus vier voneinander unabhängigen Strängen bestehe, sei eine mögliche Störfallbeherrschung "nicht in Frage gestellt" gewesen.

Die Grünen-Landtagsfraktion beklagte derweil die lange Dauer zwischen Störfall und Reparatur. "Wir wollen wissen, ob RWE drei Wochen lang den Druckaufbau nicht festgestellt hat, ob beziehungsweise warum die Reparatur so lange dauerte oder ob RWE die Atomaufsichtbehörde einfach nicht informierte", teilte die Fraktion mit. Von Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) verlangten die Grünen "eine schnelle und vollständige Aufklärung".

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