Auto

Benzinpreise beeinflussen Nachfrage nach alternativen Antrieben kaum

Beim Autokauf interessieren sich nur wenige Kunden für alternative Antriebe. Die Absatzzahlen stagnieren oder brechen ein. Trotz hoher Benzinpreise sind immer noch 99 Prozent der Neuwagen Diesel oder Benziner. Die Bundesregierung plant jedoch, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Duisburg/Essen (afp/red) - Trotz langfristig steigender Benzinpreise kommt die Autobranche in Deutschland beim Verkauf von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben nicht voran. Auch im Januar und Februar seien 99,0 Prozent der in Deutschland zugelassenen Neuwagen Diesel oder Benziner gewesen, erklärte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor der Center Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen. Damit habe der Absatz von Autos mit alternativen Antrieben wie Erdgas, Autogas, Ethanol, Strom oder Hybridantrieben auf Höhe der durchschnittlichen Verkäufe der vergangenen Jahre gelegen.

"Wir treten mit alternativen Antrieben auf der Stelle", resümierte der Autoexperte. Die "einseitige Ausrichtung" der Autobranche auf den Verkauf von Autos mit Diesel- oder Benzinmotor "scheint zementiert".

Trotz hoher Benzinpreise Gewinneinbruch bei Erdgas-Antrieben

Teils breche der Absatz von Pkw mit alternativen Antrieben sogar ein, sagte Dudenhöffer. Waren 2006 etwa 11.900 Autos mit Erdgas-Antrieb verkauft worden, seien es 2011 gerade einmal 6.300 gewesen.

Auch bei Flüssiggas-Fahrzeugen sei der Absatz deutlich eingebrochen. Im Jahr 2008 seien noch 14.200 Stück verkauft worden, 2011 waren es knapp 4900. Für beide Antriebsformen war 2008, als die Benzinpreise Rekordstände erreichten, das bislang erfolgreichste Jahr.

Steigende Verkaufszahlen beim Elektroauto

Bei Elektroautos steige der Absatz deutlich, erklärte Dudenhöffer. 2011 seien rund 2000 Stück verkauft worden. Die Verkaufszahlen liegen aber noch deutlich unter denen von Erd- oder Flüssiggas-Fahrzeugen. Die Bundesregierung will bis 2020 jedoch eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen.

Im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge zudem knapp 11.900 Hybridfahrzeuge verkauft - auch hier stiegen die Verkaufszahlen. Bei Autos mit Ethanolantrieb setzte die Branche im vergangenen Jahr rund 3000 Stück ab.

Das Geschäft mit alternativen Antrieben gehöre den ausländischen Herstellern, erklärte der Autoexperte. Diese hätten im Januar und Februar einen Marktanteil von 82 Prozent auf sich vereint. "Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Ford, Opel, VW spielen offensichtlich nicht in der Liga der alternativen Antriebe", so Dudenhöffer.

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