Teuerung

Beispiel Hessen: Öl treibt Verbraucherpreise im September hoch

Der hohe Ölpreis wirkt sich auf alle Energiepreise aus und hat im September auch die Verbraucherausgaben in Hessen in die Höhe getrieben. Wie das Statistische Landesamt in Wiesbaden jetzt mitteilt, lagen die Verbraucherpreise Mitte September um 2,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp/ sm) - Die Jahresteuerungsrate habe damit den höchsten Stand seit über vier Jahren erreicht. Im August 2005 hatte sie den Angaben nach noch 1,6 Prozent und im Mai 1,0 Prozent betragen.

Als Grund für die hohe Steigerungsrate gaben die Statistiker vor allem den Ölpreis an: So war Heizöl Mitte September um rund 45 Prozent und Kraftstoff um 15 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Ohne sie wäre der Verbraucherpreisindex nur um 1,3 Prozent gestiegen, hieß es weiter. Auch die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme zogen binnen Jahresfrist um 20,6 Prozent, die Preise für Gas um rund 12 Prozent und die für Strom um 4,6 Prozent an.

Erhebliche Preissteigerungen verzeichneten die Statistiker nach einer weiteren Steuererhöhung auch bei Tabakwaren, die im September um 17,5 Prozent teurer waren als vor Jahresfrist. Die Kaffeepreise kletterten um knapp 20 Prozent. Nahrungsmittel waren hingegen nur um 0,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Billiger wurden hingegen Möbel und Einrichtungsgegenstände um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Kleidung und Schuhe um 4,6 Prozent. Computer waren rund zehn Prozent preisgünstiger als vor einem Jahr, Fernseh- und Videogeräte um rund 16 Prozent.

Wie das Landesamt weiter mitteilte, waren die Verbraucherpreise von Mitte August bis Mitte September des Vorjahres noch um 0,3 Prozent gesunken, in diesem Jahr stiegen im gleichen Zeitraum um 0,3 Prozent an.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Statistik

    Inflation erstmals seit April 2016 auf dem Rückzug

    Zum ersten Mal seit etwa einem Jahr ist die Inflation in Deutschland rückläufig. Zwar mussten Verbraucher im März mehr für Benzin, Heizöl und Nahrungsmittel zahlen als im Vorjahr, Gas und Pauschalreisen waren aber günstiger.

  • Strom- und Gaspreise

    Energiepreise: Kosten steigen im Februar moderater

    Im Februar sind die Energiepreise nicht so stark gestiegen wie in den Wochen zuvor. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Kurse für Rohöl wieder fallen. Dennoch sind erstmals nach dreieinhalb Jahren auch wieder die Kosten für Fernwärme und Zentralheizung gestiegen.

  • Hochspannungsmasten

    Pro Haushalt 176 Euro Mehrkosten durch hohe Energiepreise

    Jeder Privathaushalt in Deutschland wird in diesem Jahr 176 Euro mehr Kosten haben als im Jahr zuvor. Das resultiert aus dem starken Preisanstieg beo Benzin, Diesel, Erdgas und leichtem Heizöl. Die Schätzung der Statistiker berücksichtigt bereits mögliche Einsparungen und eine verringerte Nachfrage der Haushalte.

  • Stromnetz Ausbau

    Rheinland-Pfalz kritisiert Gewinnsucht der Gaskonzerne

    Die Parteien im Mainzer Landtag haben den Energiekonzernen gestern Preistreiberei und Gewinnsucht vorgeworfen. Die hohen Preise seien "Gift für die Konjunktur in Deutschland". Daher sei dringend eine "Energiewende" mit einer stärkeren Förderung der Biomasse, mehr Windkraftanlagen sowie Anreizen zu Energieeinsparung nötig.

  • Hochspannungsmasten

    Studie erwartet Ölpreis im Jahr 2030 bei 120 Dollar

    Für das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Institut ist ein langfristiger Anstieg des Ölpreises nicht unwahrscheinlich: "Bei einer Inflationsrate von 2,5 Prozent könnte der Ölpreis, ausgehend von einem Wert im vergangenen Jahr von knapp 40 Dollar je Barrel, auf 120 Dollar im Jahr 2030 klettern", hieß es in dieser Woche.

Top