Kleingedrucktes

Bei Zusatzgarantien für Elektrogeräte ist Skepsis angebracht

Laut der Stiftung Warentest sind Zusatzgarantien für Elektrogeräte zum einen teuer, zum anderen gibt es starke Einschränkungen bei der Leistung. Verbraucher sollten deshalb das Kleingedruckte lesen und sich nicht zum Abschluss drängen lassen.

Wasserschaden© blackday / Fotolia.com

Berlin – Viele Verbraucher erhoffen sich laut Stiftung Warentest von Garantieverlängerungen für Elektrogeräte mehr, als diese im Schadensfall tatsächlich leisten. Viele solcher Zusatzgarantien seien nicht nur teuer, sondern hielten im Kleingedruckten "so manch üble Überraschung parat", berichtete die Stiftung Warentest am Dienstag in der neuen "Finanztest"-Ausgabe. So verlangten einige Versicherer im Schadensfall einen Selbstbehalt. Zudem schränkten mehrere Anbieter den Diebstahlschutz so stark ein, dass Kunden nicht versichert seien, wenn ihr Smartphone aus einem abgestellten Rucksack gestohlen werde.

Was versprechen Anbieter von Zusatzgarantien?

Verbraucher schließen Zusatzgarantien beispielsweise für Waschmaschinen, Fernseher, Smartphones oder Laptops ab. Einfache Garantieverlängerungen bieten über die gesetzliche Gewährleistung des Händlers und die Laufzeit der Herstellergarantie von meist zwei Jahren hinaus Schutz, wenn das Gerät wegen eines Material- oder Produktionsfehlers repariert werden muss. Erweiterte Garantieverlängerungen greifen darüber hinaus auch bei Schäden durch Stürze oder Flüssigkeit, wie "Finanztest" erläuterte. Die Stiftung Warentest nahm elf einfache Garantieverlängerungen und 17 erweiterte unter die Lupe.

Gebrauchtes Gerät im Austausch

Übersteigen die Reparaturkosten den Zeitwert des Geräts oder ist keine Reparatur mehr möglich, tauschen viele Garantiegeber das alte Gerät gegen ein Ersatzgerät. Allerdings sehen viele Anbieter als Ersatz ein "gleichwertiges" Gerät vor, wie die Stiftung Warentest klarstellt. Wem also sein gebrauchtes Handy kaputt geht, muss mit einem gebrauchten Modell rechnen. Zudem seien Schäden, die durch Verschleiß entstehen, bei einfachen Garantieverlängerungen in der Regel nicht versichert; bei erweiterten Garantieverlängerungen häufiger schon - allerdings auch mit Einschränkungen.

Nicht zum Abschluss drängen lassen

Die Stiftung Warentest rät Verbrauchern, sich beim Gerätekauf nicht zum Abschluss einer Garantieverlängerung drängen zu lassen. Die Mitarbeiter in Elektromärkten seien "zum Teil gut trainiert", um Kunden zu einem Zusatzvertrag zu bewegen; die Märkte erhalten demnach von den Versicherern Provision. Zudem weist die Stiftung Warentest darauf hin, dass der Kauf einer Zusatzgarantie in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden kann.

Quelle: AFP

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