Bei Zukunftsenergien liegt NRW an der Spitze

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
In der engen Vernetzung klassischer und innovativer Energietechnologien auf dem Weg Nordrhein-Westfalens zum Solar- und Energieland NR. 1 sieht Geschäftsführer Dr. Frank-Michael Baumann einen der wichtigsten Erfolge der im April 1996 gegründeten Landesinitiative Zukunftsenergien NRW. Diese Kooperation beinhalte große Chancen für die Zukunft des Landes und für neue Arbeitsplätze. Dr. Baumann: "Die Landesinitiative Zukunftsenergien fördert das innovative Potential der Menschen in den Labors und bei den Firmen in NRW speziell im Bereich der zukunftsfähigen Energien. Für die Entwicklung und Markteinführung neuer Energietechnologien hat die Landesregierung NRW seit 1988 mehr als 800 Millionen DM für etwa 40.000 Förderprojekte aufgewendet. Diese Landesförderung zog weitere Investitionen von rund vier Milliarden DM nach sich. Neben der Solartechnologie, Wind- und Wasserenergiegewinnung fördern wir auch die Modernisierung von Kohlekraftwerken - rote und schwarze Energie für ein zukunftsfähiges NRW im Herzen Europas."


Ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Netzwerkarbeit der Landesinitiative ist der Bau von Europas größter Solarfabrik in Gelsenkirchen. Die Solarzellenfabrik, ein gemeinsames Projekt der Deutschen Shell AG und der Pilkington Solar International, wurde am 16. November 1999 von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement eröffnet. Sie ist Kern eines Konzeptes, das Gelsenkirchen zur Solarhauptstadt Europas machen soll und Gesamtinvestitionen von ca. 150 Mio. DM umfasst. Im Ruhrgebiet entstehen dadurch insgesamt 700 neue zukunftsfähige Arbeitsplätze.


Die am 20. August 1999 eröffnete Akademie und der Energiepark Mont-Cenis in Herne-Sodingen genießen weltweiten Modellcharakter, sowohl architektonisch als auch energietechnisch. Das größte dachintegrierte Solarkraftwerk der Welt auf der Fortbildungsakademie des NRW-Innenministeriums soll jährlich bis zu einem Megawatt elektrische Leistung und 750.000 Kilowattstunden Strom liefern. Über 3.000 Solarmodule wurden millimetergenau auf dem Dach platziert. Unter der Glashülle - 176 m lang, etwa 72 m breit und 15 m hoch - herrschen Klimabedingungen wie in St. Tropez. Der Solar-Campus in Jülich beweist, dass der Wissenstransfer unmittelbare Vorteile bringt. Die studentische Wohnanlage dokumentiert die praktische Umsetzung der zukunftsweisenden Niedrigenergie-Bauweise und Solararchitektur.


Neben der Photovoltaik und der Solar-Architektur hat auch die Zusammenarbeit zwischen Herstellern von Windenergieanlagen und Wissenschaftlern vorzeigbare Synergieeffekte ergeben. Das größte Windtestfeld im Binnenland wurde im Februar 1999 in Grevenbroich eingeweiht. Auf der Frimmersdofer Höhe werden bis zu acht Windenergieanlagen aufgestellt und erprobt. Von den Ergebnissen der Testanlage profitieren sowohl die Hersteller und Nutzer der Anlagen als auch die benachbarten Hochschulen Aachen, Jülich, Köln und Wuppertal. Am 29. Februar 2000 weihte Bundeskanzler Gerhard Schröder dort mit der N-80 von Borsig Energy die weltgrößte Serien-Windkraftanlage für das Binnenland ein.


Das modernste und umweltfreundlichste Eloxalwerk Europas ist bei dem bekannten Klinkenhersteller Franz Schneider im ostwestfälischen Brakel (FSB) entstanden. Die seit 1994 bestehende fruchtbare Kooperation mit dem regionalen Energieversorgungsunternehmen PESAG in Paderborn sowie der Universität-GH Paderborn und der FH Bielefeld hat zu einer Einsparung des Energiebedarfs um mehr als 66 Prozent geführt. Statt ursprünglich 3,4 Millionen Kilowattstunden Strom werden fortan nur noch 1,0 Millionen kWh benötigt. Der CO2-Ausstoß hat sich um 590 Tonnen im Jahr reduziert. Aufgrund seines Vorbildcharakters, besonders für mittelständische Firmen, wurde auch dieses Energiesparprogramm zu einem der 30 Leitprojekte der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW gekürt.


Auch die Brennstoffzellentechnologie wird zwischen Rhein und Ruhr weiterentwickelt. Im Rahmen der Landesinitiative Zukunftsenergien gründete NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold am 10. April 2000 das erste deutsche Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzellen. Bereits am 10. November 1999 wurde der erste deutsche Brennstoffzellen-Linienbus bei der Firma Industrietechnik Höbing & Reil (IHR) in Marl vorgestellt. Das Antriebssystem und das Konzept des Luft- und Wasserkreislaufes des Busses stammen von IHR und vom Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart.

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