Umweltbundesamt

Bei Laufzeitverlängerung Änderungen am Emissionshandel nötig

Der Chef des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth, hat im Falle von AKW-Laufzeitverlängerungen Anpassungen beim Emissionshandel angemahnt. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass es zu einem Preisverfall komme. "Wenn es jetzt zu Laufzeitverlängerungen kommt, führt das nicht dazu, dass wir weniger Treibhausgase emittieren", sagte Flasbarth.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Das UBA rechnet mit einem Überangebot von Emissionshandelszertifikaten und einem damit verbundenen Rückgang der Preise, sollte es zu einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken kommen. Um dies auszugleichen, müssten die Budgets nach unten korrigiert werden, forderte Flasbarth daher. Nach Berechnungen des UBA müsste das Emissionsbudget pro Jahr um rund 20 Millionen Tonnen CO2 gesenkt werden, wenn die neue Regierung die Laufzeiten der sieben ältesten Atomkraftwerke verlängert.

Emissionen bis 2020 um 30 Prozent senken

Mit Blick auf die Verhandlungen über ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll mahnte Flasbarth ehrgeizigere Maßnahmen zum Klimaschutz an. Die Industrieländer müssten bis 2020 mindestens 30 Prozent ihrer Treibhausgase im Vergleich zu 1990 einsparen, um zu verhindern, dass die Erderwärmung um mehr als zwei Grad ansteige. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent zu verringern. Flasbarth wies daraufhin, dass die bisher auf den Weg gebrachten Maßnahmen noch nicht ausreichten, um dieses Ziel zu erreichen.

Weitere Anstrengungen für Klimaschutz nötig

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass Deutschland mit den bislang auf den Weg gebrachten Maßnahmen bis 2020 lediglich rund 30 Prozent einsparen kann. Dies sei zwar eine "erhebliche Leistung", sagte Flasbarth, mahnte aber weitere Anstrengungen an. "Je näher man an das Jahr 2020 herankommt, je mehr Jahre man verstreichen lässt, desto schwieriger wird es, diese Maßnahmen dann auch wirklich noch zeitgerecht umzusetzen." Erhebliche Potenziale sehe er im Wärmebereich. Das UBA schlage vor, den Passivhaus-Standard für Neubauten verbindlich ab 2015 vorzuschreiben. Auch im Verkehr ließen sich die Treibhausgase enorm vermindern.

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