Verkaufslüge

BEE: Erneuerbare Energien nicht Schuld an Strompreiserhöhungen

Wenn im nächsten Jahr die deutschen Energieversorger wie schon im gesamten Jahr 2004 deutlich mehr als einen halben Cent bei den Kunden für Strom aus erneuerbaren Energien abrechnen, sei das ein Fall für Verbraucherschutz und Gesetzgeber, sagt der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paderborn (red) - "Erneuerbare Energien haben nichts mit den Strompreiserhöhungen in Deutschland zu tun!" Das hat der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) heute erneut klargestellt. "Bereits in den vergangenen zwei Jahren haben die deutschen Stromversorger von ihren Kunden etwa 500 Millionen Euro zuviel für Strom aus erneuerbaren Energien kassiert. Wenn die aktuellen Preiserhöhungen für 2005 erneut mit der Einspeisung erneuerbarer Energien begründet werden, ist das eine ganz dreiste Verkaufslüge", wird BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke deutlich.

Richtig sei, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland weiter voran gehe. Jedoch: "Die Menge von sauberem Strom steigt - nicht aber die Kosten", erläuterte der BEE. Entscheidend für Mehrkosten der Verbraucher sei die Differenz zwischen der Vergütung des Erneuerbare-Energien-Stromes und dem Preis für Strom aus Kohle, Gas und Uran. Nitzschke: "Die Kostendifferenz sinkt stetig. Während die Preise für herkömmlichen Strom steigen, sind für erneuerbare Energien per Gesetz sinkende Vergütungen vorgeschrieben. Heute stammt von jeder Kilowattstunde, die in Deutschland aus der Steckdose kommt, knapp ein Zehntel aus erneuerbaren Energien. Dennoch liegen die sogenannten Mehrkosten für die Verbraucher unter einem halben Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Der Gesamtstrompreis für Tarifkunden liegt bei etwa 20 Cent pro Kilowattstunde."

Wenn im nächsten Jahr die deutschen Energieversorger wie schon im gesamten Jahr 2004 deutlich mehr als einen halben Cent bei den Kunden für Strom aus erneuerbaren Energien abrechnen, sei das ein Fall für Verbraucherschutz und Gesetzgeber. Nitzschke: "Bisher wird dieser Bereich weder von der Strompreisaufsicht noch den Kartellbehörden beaufsichtigt. Solange hier keine Transparenz und Kontrolle eingeführt werden, können die Energieversorger ihre Kunden weiter abzocken und die Schuld auf die Erneuerbaren Energien schieben."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Smart Meter

    Stromspiegel entlarvt Energiefresser-Haushalte

    Der aktuelle Stromspiegel macht es Verbrauchern besonders leicht, den eigenen Stromverbrauch zu bewerten. Demnach liegt beispielsweise der durchschnittliche Verbrauch eines Dreipersonenhaushaltes in einer Wohnung bei 2.600 kWh Strom im Jahr. Sparsame Haushalte benötigen nur 1.700 kWh und sparen damit rund 260 Euro.

  • Stromkosten

    Steuern und Umlagen erreichen neues Rekordhoch beim Strompreis

    Einer aktuellen Auswertung zufolge summieren sich die im Strompreis enthaltenen Steuern, Abgaben und Umlagen in diesem Jahr auf ein neues Rekordhoch. Den Tarifexperten von Verivox zufolge liegt die Abgabenlast für einen durchschnittlichen Haushalt 2017 bei rund 559 Euro.

  • Hochspannungsleitung

    Auch in Rheinland-Pfalz wird der Strom teurer

    In Rheinland-Pfalz hatten alle 73 Stromversorger im Haushalts- und Gewerbebereich um die Genehmigung von Preiserhöhungen zwischen 0,39 und 1,3 Cent je Kilowattstunde nachgesucht. Nach erfolgter Prüfung wurden die Anträge in 68 Fällen als überhöht eingestuft und mussten deshalb nachgebessert worden.

  • Stromtarife

    Strompreiserhöhungen auch bei E.ON Westfalen Weser, Stw. Garbsen, Stw. Leipzig und im Saarland

    Weitere Energieunternehmen haben Strompreiserhöhungen für das kommende Jahr bekannt gegeben: E.ON Westfalen Weser, Stadtwerke Leipzig und Stadtwerke Garbsen. Auch die saarländische Preisaufsicht genehmigte Tariferhöhungen. Positive Ausnahme: Die Stadtwerke Bielefeld halten ihren Strompreis für 2005 stabil.

  • Strom sparen

    Strompreise in Oberbayern steigen um zwei bis sechs Prozent

    Auch die Verbraucher in Oberbayern werden zum größten Teil im kommenden Jahr mehr Geld für ihren Strom zahlen müssen. Wie der Münchner Merkur in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat die Regierung von Oberbayern die Anträge von 36 Stromversorgern für Preiserhöhungen zwischen zwei und sechs Prozent genehmigt.

Top