Studie

BDI-Präsident Thumann: "Energiepolitik ist Basis für Wertschöpfung"

In Berlin stellte BDI-Präsident Jürgen R. Thumann die vom Verband in Auftrag gegebene Studie "Nachhaltige Energiepolitik für den Standort Deutschland - Anforderungen an die zukünftige Energiepolitik" der Öffentlichkeit vor. Ziel sei es, mit einem schlüssigen Energiekonzept wettbewerbsfähige Preise zu gewährleisten.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - "Ohne bezahlbare Energie gerät die Wirtschaft ins Stolpern. Jeder zusätzliche Zehntel-Cent auf die Energiepreise ist für die deutsche Wirtschaft eine ernsthafte Bedrohung und gefährdet damit Arbeitsplätze. Das betrifft besonders die energieintensive Industrie einschließlich der Grundstoffindustrien", so Thumann weiter. "Notwendig für eine vernünftige Entwicklung der Energiepreise ist beispielsweise eine klare Perspektive für Investitionen der Energiewirtschaft. Mit unserem Planungsrecht dauert es mindestens zehn Jahre, bis ein neuer Kraftwerksbau rechtsgültig genehmigt ist. Bisher hat es die Bundesregierung versäumt, der Situation mit einem perspektivischen Energiekonzept zu begegnen."

Thumann betonte, dass eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen die unverzichtbare Basis für Wertschöpfung in Deutschland und Europa sei. "Wir müssen Energiepolitik als Wirtschaftspolitik und damit als Standortpolitik begreifen." Die BDI-Studie zeige auf, wie einerseits die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energienachfragenden Industrie einschließlich der energieintensiven Branchen in Deutschland gewährleistet werden und wie zugleich andererseits der Energiestandort für Investitionen der Versorgungswirtschaft gesichert werden könne.

Die Studie hatte der BDI in Auftrag gegeben, um zu Beginn der neuen Legislaturperiode einen Beitrag für ein in sich schlüssiges energiepolitisches Zukunftskonzept vorzustellen. Sie sei von renommierten Energieexperten erstellt worden, die Koordinierung erfolgte durch die Beratungsgesellschaft Arthur D. Little.

In einer ersten Stellungnahme kritisierte Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Windenergie, die Studie als "ein einfallsloses Sammelsurium des Status quo". Der BDI hätte die wirtschaftlichen und technologischen Chancen der erneuerbaren Energien und ihr Export-Potenzial nicht erkannt. Stattdessen setze man auf Altbekanntes: Verlängerung der Restlaufzeiten für Atomkraftwerke, weitere Erforschung von Kernfusion und Steinkohle sowie "wettbewerbsneutrale Behandlung der Braunkohle". Ahmels: "Wenn der BDI langfristig auf Atomkraft und fossile Energieträger setzt und den erneuerbaren Energien nur ein Nischendasein zugestehen will, sieht es mit der Versorgungssicherheit Deutschlands in 20 Jahren düster aus. Das kann keine Perspektive für Deutschland sein."

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